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Hilfe bei Ischias-Schmerzen

Veröffentlicht am: 01.02.2018in Gesundheit & Wellnessvon mediaprint infoverlag / br

Hilfe bei Ischias-Schmerzen

Sitzen Sie zu viel? Spätestens wenn Sie einmal der Ischias-Schmerz heimsucht, können Sie diese Frage ganz genau beantworten. Viele trifft es dann wie aus heiterem Himmel. War am Tag zuvor noch alles in Ordnung, kommt man heute nur noch mit Mühe aus dem Bett, denn das Aufrichten ist mit großen Schmerzen verbunden. Wer sich dann erfolgreich aus dem Bett gerollt hat, merkt sehr schnell, wo sich der Schmerz bemerkbar macht. Ist der Ischias-Nerv eingeklemmt oder gereizt, merkt man das meistens an einem einseitigen Schmerz, der vom Gesäß aus bis in den Fuß ausstrahlen kann. Alltägliche Dinge, die mit einer Krümmung des Rückens verbunden sind, werden dann zur Qual. Beim Husten, Niesen, Pressen verstärken sich die Schmerzen außerdem. Gerade im Bürojob kann dann sehr unangenehm werden.

 

 

Was ist die Ursache von Ischias-Schmerzen?

Der Ischias-Nerv (Gesäß- oder Hüftnerv) gilt als stärkster Nerv des Körpers. Er ist zuständig für wichtige Beinmuskeln und für Gefühlwahrnehmungen am Unterschenkel und Fuß. Bei Problemen können Ursachen wie muskuläre Verspannungen, Blockierungen der Wirbelkörper oder eine Bandscheibenvorwölbung beziehungsweise ein Bandscheibenvorfall zugrunde liegen. Auch Veränderungen der Wirbelbogengelenke, eine Instabilität der Wirbelsäule, eine Verengung des Wirbelkanals oder auch in seltenen Fällen Tumore können die Ursache sein. Letztlich können auch verschiedene entzündliche Prozesse, wie eine Gürtelrose, den Ischias-Schmerz verursachen. Ischias-Schmerzen können außerdem gleichzeitig mit einem Hexenschuss einhergehen.

 

 

Was können Sie tun, um akute Schmerzen zu lindern?

Sind die Schmerzen akut, hilft es, sich flach auf den Boden zu legen und die Unterschenkel auf der Sitzfläche eines Stuhls abzulegen. Wichtig ist es dabei, die Knie in einem 90-Grad-Winkel zu beugen. Jedoch sollten Sie nicht zu lange liegen, denn übermäßige Schonung macht die Sache nicht besser. Vielleicht hilft auch eine Wärmflasche oder ein heißes Bad, um die Verspannungen der Muskulatur zu lösen. Jegliche Zugluft sollten Sie vermeiden. Hilfreich kann es auch sein, ein entzündungshemmendes Schmerzmittel, wie beispielsweise Ibuprofen, über einen kürzeren Zeitraum einzunehmen.

 

 

Wann ist ein Arztbesuch angesagt?

Sie sollten auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen, wenn Sie Lähmungserscheinungen verspüren, Probleme beim Wasserlassen haben oder die Schmerzen Sie so beinträchtigen, dass Sie Ihren alltäglichen Aufgaben nicht mehr nachgehen können. Hier könnte auch ein schwerer Bandscheibenvorfall dahinterstecken. Auch wenn die Schmerzen nach einem überschaubaren Zeitraum nicht nachlassen, sollten Sie das lieber abklären lassen.

 

 

Wie können Sie vorbeugen?

Wie bei allen Rückenbeschwerden ist Bewegung das A und O. Gerade wenn Sie ein „Schreibtischtäter“ sind, sollten Sie nach Feierabend für Ausgleich sorgen. Damit ist nicht das Stemmen von schweren Gewichten oder gelenkbelastenden Sportarten gemeint. Sie müssen sich nicht einmal übermäßig anstrengen, um beweglich zu bleiben. Leichte und vor allem regelmäßige Dehnübungen wirken wahre Wunder. Viele dieser Übungen können auch bequem im Sitzen ausgeführt werden. Fünf bis zehn Minuten Training genügen schon am Tag, dass Ihre Muskeln sich entspannen können. Diese kurze Trainingseinheit kann doch jeder einhalten, oder?

 

 

Wie sehen die Übungen aus?

Ein kleines Training, das unabhängig vom Alter und täglich absolviert werden kann, sieht folgendermaßen aus:

  • Setzen Sie sich gerade auf einen Stuhl und legen Sie den rechten Fuß seitlich auf Ihr linkes Knie. Achten Sie dabei darauf, dass Sie das Knie im 90-Grad-Winkel beugen. Nun umfassen Sie Ihren rechten Fuß und beugen sich langsam in seine Richtung. Sobald Sie eine Dehnung in der rechten Gesäßhälfte verspüren, halten Sie diese zwei Minuten. Dann ist das andere Bein dran.
  • Nehmen Sie sich einen Stuhl und stellen Sie diesen mit der Rückenlehne zu Ihnen gerichtet an die Wand. Gehen Sie ein bis zwei Schritte zurück und stützen Sie sich mit den Händen an der Stuhllehne ab. Dabei lassen Sie das Becken nach vorne fallen. Verbleiben Sie in dieser Haltung für etwa 40 Sekunden. Sie werden hier Ihre Bachmuskeln spüren.
  • Schnappen Sie sich einen kleinen Ball – zum Beispiel einen Tennisball – und legen Sie ihn auf die Stelle, wo es wehtut. Nun drücken Sie 40 Sekunden lang richtig fest dagegen. Ein Türrahmen ist zum Dagegendrücken gut geeignet.

 

 

Im Alltag sollten Sie außerdem darauf achten, immer in die Knie zu gehen, wenn Sie einen schweren Gegenstand anheben. Auch wenn es bequem ist, sollten Sie im Sitzen die Beine nicht übereinanderschlagen und auf eine gerade Haltung achten.

 

Wenn Sie Übungen wie die oben beschriebene konsequent und regelmäßig durchführen, werden Sie insgesamt beweglicher und gewinnen an Lebensqualität. Wir wünschen Ihnen viel Spaß dabei!

 

 

 

 

Fotos:

Header: Erwin Wodicka/Colourbox

Beitragsbild: Sebastian Kailitzki/fotolia.com

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