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Die linke Hälfte des traufenständigen Fachwerkhauses, das heute zur Straße hin verputzt ist, bot mit seinem großen Deelentor den Zugang zum landwirtschaftlich genutzten Teil mit dahinter liegenden Scheunen und Ställen.
Der rechte Gebäudeteil wurde als Gaststätte genutzt, die bei den Lippstädtern als „Thurmann unterm Bäumeken“ bekannt war – wohl wegen der Kastanie vor dem Eingang und zur Unterscheidung der weit verzweigten Familie Thurmann.
Der Wirt war offenbar recht geschäftstüchtig. Denn er hatte im Flur zur Gaststube eine frühe Form der Selbstbedienung eingeführt: in einer kleinen Wandnische fand der eilige Gast eine Flasche Korn, eine Flasche „Kolorierten“ (ein Likör) und ein angekettetes Schnapsglas, ein so genanntes Kuhauge. Hier konnte man sich selbst eingießen und bezahlte, indem man eine Münze durch den Schlitz in ein Wandkästchen steckte.
Dieses Gebäude ist der typische Vertreter eines „Ackerbürgerhauses“ aus dem mittelalterlichen Lippstadt. Ackerbürger waren bis ins 19. Jahrhundert Bürger der Stadt, die teilweise oder überwiegend von der Landwirtschaft lebten und ihre meist angepachteten Felder und Wiesen vor den Stadttoren bewirtschafteten. Der Hof selbst befand sich im Schutz der befestigten Stadt. Oft betrieben die „Stadtbauern“ zusätzlich ein Handwerk. Im Gegensatz zu den Bauern in den Dörfern besaßen die Ackerbürger städtische Bürgerrechte und waren somit weniger durch Frondienste belastet.
Das Besondere an diesem Fachwerkhaus ist sicherlich der Vorbau (die Utlucht) auf der linken Gebäudeseite. Im Gegensatz zu einem Erker beginnt eine Utlucht ebenerdig. Heute würde man diesen Raum vielleicht als das „Fernsehzimmer des Mittelalters“ bezeichnen. Die Bewohner konnten von diesem Zimmer aus das Leben und Treiben auf der Straße gut beobachten. Ebenso war es möglich, sofort zu sehen, welcher Besucher Einlass begehrte.
Kleines landwirtschaftliches Anwesen mit bemerkenswerter Dachlandschaft aus neun Dachfenstern und datiertem hölzernen Türgewand von 1630. Restauriert 1982/83.
Die Akademie Mont-Cenis ist Teil eines außergewöhnlichen Energieparks und beherbergt das größte dachintegrierte Solarkraftwerk der Welt.
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1463-67 unter Leitung des Stuttgarter Kirchen-
Baumeisters Aberlin Jörg in Gemeinschaftsarbeit
(Stadtfron) von der Bürgerschaft erbaut. Erste
Steinbrücke in weitem Umkreis erhöht Verkehrsattraktivität
der aufstrebenden Stadt. Die
immensen Kosten für Bau und Unterhalt ließ
man sich durch ein „Brückengeld“ (Mautgebühr)
vergüten. Enzbrücke widerstand allen Enzhochwassern,
1945 durch deutsche Truppen auf
dem Rückzug gesprengt. Von der alten Brücke
blieben nur die beiden äußeren Bögen erhalten.
Als Herrenhaus errichtet, lebte hier der Leinenfärber. Sehr reiches Zierfachwerk von 1617 mit Neidkopf am Fenstererker und Widderkopf unter dem Giebel.
Die alte Kelter, die an das älteste Schulhaus und an den Kirchhof grenzt, wurde auch als Herrschaftskelter bezeichnet.
In einem alten Ortsplan von 1731 wird das Jahr 1532 als Baujahr genannt. Als Besitzer werden die Herren von Urbach und Liebenstein aufgeführt. Das Haus Württemberg baute 1577 diese Kelter neu auf.




