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Architektur, Geschichte und Lebensqualität – Die Gartenstädte Lauta-Nord & „Erika“
Die Gartenstädte Lauta-Nord und Erika sind mehr als historische Wohnsiedlungen – sie erzählen von einer Zeit des Aufbruchs, architektonischer Visionen und sozial orientierter Stadtentwicklung. Bis heute prägen sie das Stadtbild und schaffen eine einzigartige Wohn- und Lebensqualität im „Grünen Tor zum Lausitzer Seenland“.
11.12.2025

© Stadtverwaltung Lauta
Ein historisches Erbe mit Zukunft
Die Gartenstädte Lauta-Nord und „Erika“ im Ortsteil Laubusch gehören zu den prägendsten und zugleich identitätsstiftendsten Orten der Stadt Lauta. Sie sind ein lebendiges Beispiel für die sozial orientierte Stadtbaukunst des frühen 20. Jahrhunderts und stehen heute unter Denkmalschutz. Ihre Entstehung ist eng verknüpft mit der industriellen Entwicklung der Region – insbesondere mit dem Bau des Lautawerkes und dem wachsenden Bedarf an Wohnraum für Arbeiter, Angestellte und Beamte.
Während die Gartenstadt Lauta-Nord ab 1918 nach den Plänen der Architekten Stefan und Clemens Simon entstand, wurde die Gartenstadt „Erika“ zwischen 1915 und 1928 vom Architekten Ewald Kleffel gestaltet. Beide Siedlungen spiegeln ein für ihre Zeit fortschrittliches Wohnkonzept wider: gesundes, naturnahes Wohnen, klare Struktur, viel Grün und ein städtebauliches Gesamtbild, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt.
Lauta-Nord: Großzügig geplant und fast unverändert erhalten
Die Gartenstadt Lauta-Nord umfasst rund 35 Hektar und gilt als eine der großzügigsten zusammenhängenden Wohnanlagen ihrer Zeit in der Lausitz. Besonders bemerkenswert ist, wie vollständig die historische Struktur bis heute erhalten geblieben ist. Die Wohnhäuser, überwiegend ein- bis zweigeschossige Mehrfamilienhäuser mit Putzfassaden, Walm- oder Zwerchgiebeln und kleinen Gauben, fügen sich harmonisch in ein durchdachtes Wege- und Freiflächenkonzept ein.
Zwischen den Wohnhäusern liegen private Hausgärten mit Größen zwischen 150 und 500 Quadratmetern. Ein offenes Fußwegenetz verbindet die einzelnen Bereiche der Siedlung und schafft ein ruhiges, grünes Wohngefühl – typisch für die Gartenstadtbewegung und bis heute geschätzt.
Die Gartenstadt „Erika“: Ein Ort mit Charakter und kultureller Bedeutung
Auch die Gartenstadt „Erika“ beeindruckt durch ihre klare Gestaltungsidee und hohe Aufenthaltsqualität. Architekt Ewald Kleffel entwickelte ein Siedlungsmodell, das bis heute als „sozial orientiertes Wohnen“ gilt. Eine übersichtliche Gliederung, großzügige Grünflächen, verkehrsgünstige Straßenführung und wohnortnahe Infrastruktur bildeten das Fundament seiner Planung.
Ein besonderes Merkmal der Siedlung ist der zentrale Platzbereich rund um den Markt in Laubusch: Hier befinden sich die evangelische Kirche, das Kulturhaus Laubusch und die Grundschule „Am Markt“, die 2023 ihr 100-jähriges Bestehen feierte. Dieser Platz verleiht dem Ortsteil eine starke kulturelle und soziale Mitte.
Lebendige Geschichte: Vom Industriezeitalter bis heute
Die Gartenstädte sind untrennbar mit der industriellen Entwicklung Lautas verbunden. Die Aluminiumhütte, die Brikettfabrik und der Braunkohletagebau prägten das Leben der Menschen und machten den Bau moderner Siedlungsstrukturen notwendig. Besonders eindrücklich ist die Verbindung von Industriekultur und städtebaulicher Vision: Beide Gartenstädte wurden so geplant, dass sie das harte Arbeitsleben ausgleichen und den Menschen Raum für Erholung, Natur und Gemeinschaft bieten.
Diese Grundidee hat bis heute Bestand. Die Gartenstädte Lauta-Nord und „Erika“ sind nicht nur historische Ensembles, sondern bis heute attraktive Wohngebiete, die mit ihrer Ruhe, ihrem Grün und ihrer stimmigen Architektur überzeugen.
Warum die Gartenstädte für Lauta so bedeutend sind
Die Bedeutung dieser beiden Siedlungen geht weit über ihre architektonische Funktion hinaus. Sie sind Aushängeschilder der Stadt, identitätsprägendes Kulturerbe und Orte, die den besonderen Charakter Lautas sichtbar machen. Hier verbinden sich Geschichte, Lebensqualität und Heimatgefühl zu einem lebendigen Ganzen.
Für Einwohnerinnen und Einwohner sind sie ein Symbol für Kontinuität, für Besucherinnen und Besucher ein beeindruckendes Zeugnis Lausitzer Baugeschichte – und für die Stadt Lauta ein wertvoller Schatz, den es zu bewahren und weiterzuerzählen gilt.
Mehr rund um Lauta erfahren Sie hier: Informationsbroschüre der Stadt Lauta (Auflage 6).
Beitragsverfasser:
EA
Sachsen, Bautzen, Lauta







