good*news / Ausbildung & Fachkräfte

Gesundheitsberufe mit Zukunft – Ein Interview über Chancen, Orientierung und Menschlichkeit im Beruf

Der Arbeitsmarkt verändert sich rasant – doch im Gesundheitswesen bleiben menschliche Kompetenz, Empathie und persönliche Betreuung unersetzlich. Im Interview erklärt Heike Strack, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Mainz, warum Berufe in Gesundheit und Pflege hervorragende Zukunftsaussichten bieten.


12.03.2026

© Agentur für Arbeit Mainz

Der Arbeitsmarkt ist im Wandel, Berufsbilder wandeln sich, manche verschwinden, neue entstehen. Wir sprachen mit Heike Strack, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Mainz, über Berufsaussichten, Beratungsangebote und was KI mit alldem zu tun hat.

Frau Strack, warum sind die Berufe in Gesundheit und Pflege so wichtig?

Zu allererst ist es die Tatsache, dass doch nichts wichtiger sein kann, als sich um das Wohl anderer Menschen zu kümmern! Jeder von uns möchte im Krankheitsfall kompetent, freundlich und respektvoll Hilfe erhalten.

Wir Menschen werden durch die medizinische Entwicklung immer älter, brauchen dann aber durchaus über einen längeren Zeitraum eine gesundheitliche Versorgung oder auch medizinische Hilfsmittel, um eine gute Lebensqualität zu erhalten. Dafür brauchen wir perspektivisch immer mehr Arbeitskräfte, die sich dieses Ziel zur Aufgabe machen.

Was antworten Sie Schülerinnen und Schülern, die nach den Zukunftsaussichten dieser Berufe fragen?

Es gibt viele Institutionen, die sich damit beschäftigen, Prognosen zu erstellen, welche Berufe zukünftig noch gebraucht werden oder aber sich durch KI, Robotik, usw. ersetzen lassen. Alle diese Prognosen eint die Einschätzung, dass im Gesundheitswesen menschliche Kompetenz, Empathie und persönliches Miteinander auch auf lange Sicht unersetzbar bleiben. Zwar werden Programme und auch Maschinen die Arbeit unterstützen und in körperlicher Hinsicht häufig auch erleichtern können, doch ein Vertrauensverhältnis beispielsweise zwischen Patienten und Arzt/Ärztin lässt sich nicht künstlich darstellen.  Insofern die klare Aussage: wenn es zukunftsfähige Berufe gibt, dann im Gesundheitswesen!

Was den Standort Mainz anbelangt, sind wir als Universitätsstadt, Landeshauptstadt und wichtiger Player in der Biotechnologie mit Sicherheit ein Ort, an dem sich auch langfristig in diesem Feld sehr vielfältige Arbeitsoptionen anbieten. Aber Pflege und Gesundheit werden flächendeckend gebraucht; also hat man überall gute Beschäftigungsaussichten.

Viele haben vielleicht Angst, dass sie beispielsweise kein Blut oder Wunden sehen können oder Scheu davor haben, Menschen mit Schmerzen zu begegnen, was könnte hier helfen?

Hier heißt das Zauberwort: Praktikum. So kann man z.B. in den Ferien einmal in einer Arztpraxis, einem Krankenhaus oder auch bei einem Orthopädieschuhmacher den Arbeitsalltag erleben und sich ein Bild von den Anforderungen machen. Die meisten Arbeitgebenden sind hier sehr offen und bieten Praktika aller Art an. Und die Palette an Berufen ist sehr groß, dementsprechend gibt es auch die unterschiedlichsten Herausforderungen.

Stichwort: Übersicht über die Berufe; Wie kann ich mich orientieren und wer hilft mir bei meinen Fragen?

Ein erster Schritt kann sein, sich erst einmal einen Überblick über die dazugehörigen Berufsbilder zu verschaffen. Unter MeinBeruf kann man beispielsweise Berufe nach Themen filtern und sich entsprechend informieren. Die Berufsberatung der Arbeitsagentur bietet in jeder Schule Sprechstunden an, hier gibt es dann gerne tiefergehende und vor allem kostenlos und neutral Infos und auch Hinweise, wenn es Fristen zu beachten gibt o.ä. 

Wichtig ist, dass man früh genug mit der Vorbereitung anfängt, um dann etwa auch noch genug Zeit für Praktika o.ä. zu haben.   

Gibt es noch weitere Aspekte, die Ihnen wichtig sind?

Gerade im Pflegebereich begegnen uns im Arbeitsalltag vor allem weibliche Pflegekräfte. Doch Pflege und Gesundheit sind nicht nur Frauensache! Ich möchte daher jeden Schüler, der eine sinnstiftende und gesellschaftlich relevante Aufgabe sucht, ermuntern, sich nicht von Klischees und vielleicht auch veralteten Geschlechterrollen abhalten zu lassen, sich mit den Berufsbildern im Gesundheitswesen auseinanderzusetzen. Die Zukunfts- und Karriereaussichten sind vielfältig und auch bei den Verdienstmöglichkeiten hat sich gerade in den letzten Jahren doch einiges zum Positiven verändert.

 

Verwandte Beiträge

Zur Übersicht
nach oben