Granada

Granada – ein Lebensgefühl für Geist und Seele

Morgens weht ein kühler Wind durch die schmalen Gassen Granadas. Nur wenige große Straßen queren die Altstadt. Blank gelaufener Steinfußboden erdet die Häuser im Auge des Betrachters. Der Weg zum ehemaligen maurischen Wohnviertel Albayzin – dem Ursprung der heutigen Hauptstadt der Provinz Granada in Andalusien – führt vorbei an der Kathedrale.
Zusammen mit den umliegenden Gebäuden erweckt der Renaissancebau den Eindruck, mitten unter freiem Himmel in einem architektonisch beeindruckenden Raum zu stehen. Gelegentlich finden Konzerte auf diesem Platz statt, der auch die ehemalige Karawanserei Corral de Carbón beherbergt, in der jetzt die Touristeninformation untergebracht ist.

Die Seele Albayzins sind die Placetas

Wegbegleiterin des Aufstiegs durch die engen Straßen des Albayzin ist die Alhambra. Sie liegt wie ein steinernes Fabeltier auf dem Sabikah-Hügel an der anderen Seite des Flusses Darro gegenüber des Albayzin. Von hier aus sind ihre gesamten 740 Meter Länge zu überblicken. Hinter ihr die Berge der Sierra Nevada, mit 3482 Meter das höchste Gebirge der iberischen Halbinsel, das jährlich von November bis Mai eine Schneehaube trägt. Natur und menschliche Kultur voller Schönheit und Gegensätze in einem einzigen Blick vereint. Wer die Schätze im Inneren der Alhambra besichtigen möchte, sollte am besten schon einige Wochen im Voraus Tickets über ein Reisebüro kaufen. Denn das Weltkulturerbe ist die meistbesuchte Touristenattraktion Europas. Entsprechend schieben sich Menschen aus aller Herren Länder Meter für Meter voran.
Doch der eigentliche Zauber der Stadt sind die Placetas im Stadtviertel Albayzin. Sie schlicht nur als Plätze zu bezeichnen, würde ihnen nicht gerecht. Sie atmen Leben, bieten Raum und Bühne. Auf ihnen verortet sich die menschliche Geselligkeit. Zur Sangria gibt es hier eine Tapa dazu – die Eintrittskarte in die exklusive Welt der Müßiggänger. Die Placetas sind ein Lebensgefühl und die Erholung liegt in der Unruhe.
Unten im Zentrum Granadas sind die Straßen noch bis weit nach Mitternacht belebt. Auf den Stufen vor der Kathedrale sitzen junge Leute und reden ausgelassen miteinander. Von irgendwo klingt eine Gitarre. Schließlich ist Granada die Hauptstadt der andalusischen Gitarrenbauer.
Der Abend endet auf der Almona del Campillo. Vor dem Springbrunnen ist noch eine Bank frei. Das aufsprühende Wasser kühlt die Luft. Die Menschen um den Brunnen genießen die belebte Nacht.

 

Fotos:

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Datum der Veröffentlichung: 25.09.2015
Beitragsverfasser: Torsten Schubert/mediaprint infoverlag

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