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Kanalbauer – Ein Beruf, der in Dortmund aktiv zum Klimaschutz beiträgt

Der Kanalbau in Dortmund zeigt, wie modern, nachhaltig und zukunftssicher Handwerksberufe heute sind. Das Interview mit einem Kanalbauer gibt spannende Einblicke in einen Beruf, der tief unter der Stadt Großes bewegt.


14.11.2025

Ein Beruf, der die Stadt von unten zusammenhält

Unter unseren Straßen verläuft ein weit verzweigtes Netz aus Kanälen, Rohren und Schächten. Sie transportieren Abwasser sicher ab, schützen vor Überflutungen und sichern die Funktionsfähigkeit einer modernen Stadt. In Dortmund übernehmen diese Aufgaben die Kanalbauerinnen und Kanalbauer – Fachkräfte, ohne die unsere Infrastruktur wortwörtlich zusammenbrechen würde.

Der Kanalbau ist ein Arbeitsfeld, das viel technisches Know-how erfordert und gleichzeitig körperlich aktiv, abwechslungsreich und hochrelevant ist. Gerade in Zeiten des Klimawandels ist dieser Beruf ein unverzichtbarer Baustein einer nachhaltigen Stadtentwicklung.

Wie wird man Kanalbauer? Ein Blick in die Dortmunder Ausbildungspraxis

Die Ausbildung zum Kanalbauer dauert drei Jahre und findet im dualen System statt: im Betrieb und in der Berufsschule. In Dortmund übernimmt die Stadtentwässerung einen großen Teil der praktischen Ausbildung – mit realen Projekten, echten Baustellen und erfahrenen Ausbildern.

Schon in der Ausbildung lernen die angehenden Fachkräfte:

  • wie man Baugruben aushebt, vermisst und sichert

  • wie Kanalrohre verlegt, verbunden und verdichtet werden

  • wie Schächte saniert und altersbedingte Schäden behoben werden

  • wie Vermessungstechnik eingesetzt wird, um unterirdische Leitungsverläufe exakt zu planen

Ein Beispiel aus der Publikation zeigt anschaulich, wie praxisnah der Alltag ist: Steigeisen aus alten Schächten werden entfernt und durch moderne, langlebige Edelstahl-Steigbügel ersetzt. Diese Arbeiten erfordern Präzision, Teamarbeit und technisches Geschick – Fähigkeiten, die während der Ausbildung systematisch aufgebaut werden.

Arbeiten in der Tiefe: Alltag zwischen drei und dreißig Metern

Kanalbauer arbeiten überwiegend unter der Erde. Die meisten Schächte reichen zwischen drei und fünf Meter tief, doch in Dortmund gibt es auch beeindruckende Sonderfälle mit bis zu dreißig Metern Tiefe. Wer hier arbeitet, braucht einen kühlen Kopf, körperliche Fitness und Spaß an Herausforderungen.

Neben den Arbeiten im Kanal gehören auch Tätigkeiten über der Erde dazu:

  • das Vermessen von Baustellen

  • das Markieren von Leitungsverläufen

  • das Vorbereiten von Bauabschnitten

  • die Zusammenarbeit mit Baggerfahrern, Planern und anderen Gewerken

Teamarbeit ist dabei zentral. Eine Kolonne arbeitet meist in festen Gruppen zusammen – so entsteht ein eingespieltes Team, das auch schwierige Situationen gemeinsam meistert.

Warum Kanalbau so wichtig für den Klimaschutz ist

Der Klimawandel führt zu stärkeren Regenereignissen, Hitzewellen und steigenden Anforderungen an die Infrastruktur. Die Arbeit der Dortmunder Kanalbauer ist deshalb ein direkter Beitrag zum nachhaltigen Schutz der Stadt.

Gut geplante, instand gehaltene Kanäle:

  • verhindern Überflutungen

  • schützen Gebäude und Straßen

  • halten Schadstoffe von Gewässern fern

  • sichern die Funktionsfähigkeit des Abwassersystems

  • ermöglichen moderne Regenrückhaltung

Die Kanalbauer der Stadt Dortmund arbeiten außerdem daran, bestehende Kanäle zu sanieren statt neu zu bauen – ein ressourcenschonender und klimafreundlicher Ansatz.

Wer eignet sich für diesen Beruf?

Der Kanalbau passt zu jungen Menschen, die:

  • gern praktisch arbeiten

  • technisches Verständnis mitbringen

  • zuverlässig und teamorientiert sind

  • kein Problem mit Schmutz oder unterschiedlichen Wetterbedingungen haben

  • Herausforderungen nicht scheuen

Ein Praktikum, so betonen Ausbilder in der Publikation, ist oft der beste Weg: Interessenten können eine Woche lang miterleben, wie vielseitig und wichtig der Beruf ist. Viele merken dabei schnell, dass ihnen die Mischung aus Technik, körperlicher Arbeit und Teamgeist liegt.

Zukunftsperspektiven: Ein Beruf mit Sicherheit und Chancen

Ob Sanierungsarbeiten, Modernisierung der Infrastruktur oder Ausbau von Regenrückhaltesystemen – der Bedarf an gut ausgebildeten Kanalbauerinnen und Kanalbauern ist langfristig gesichert. Wer seine Ausbildung erfolgreich abschließt, hat hervorragende Zukunftschancen.

Mögliche Weiterbildungen sind:

  • geprüfter Polier

  • Meister im Rohr-, Kanal- und Industrieservice

  • Techniker im Tiefbau

  • spätere Spezialisierungen im Bereich Umwelt- oder Entwässerungstechnik

Durch den gesellschaftlich relevanten Klimaschutz-Aspekt wird der Beruf immer bedeutender. Kanalbauer sorgen dafür, dass eine Stadt wie Dortmund auch in Zukunft sicher, lebenswert und gut vorbereitet bleibt.

Tief unter der Erde – aber mitten in einem Zukunftsberuf

Der Kanalbau ist ein Beruf, der täglich zeigt, wie Handwerk und Klimaschutz zusammenhängen. Die Dortmunder Ausbildungsbetriebe – allen voran die Stadtentwässerung – bieten jungen Menschen eine hochwertige Ausbildung, echte Verantwortung und beste Zukunftsaussichten.

Wer nach einem Ausbildungsberuf sucht,

  • der sinnvoll ist,

  • bei dem man sichtbar etwas bewirkt,

  • der abwechslungsreich und anspruchsvoll ist,

  • und der aktiv zum Schutz unserer Stadt beiträgt,
    sollte den Kanalbau unbedingt kennenlernen.

Die Publikation "Schule - und was dann? - Stadt Dortmund (Auflage 2)" hat viele weitere informationen und Tipps rund um eine Ausbildung in Dortmund.

Informiere dich über das Berufsprofil des Kanalbauers und entdecke offene Stellenangebote.

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