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Mobilitätsstation Oppendorf lädt ein zum Umsteigen

Schleswig-Holstein, Kiel, Kiel

Bahn, Bus, Bike + Ride und Bikesharing an einem Ort

 Eigentlich sollte sie mit einem Festakt eröffnet werden, doch das war in Corona-Zeiten nicht möglich: Die Mobilitätsstation Oppendorf ist in Betrieb, auch wenn zurzeit wesentlich weniger Kielerinnen und Kieler die Angebote nutzen, als es in „normalen“ Zeiten der Fall sein wird. Sie verknüpft  Bahn, Bus, Pkw, Fahrrad und Leihrad und lädt ein zum Umsteigen vom eigenen Auto auf klimafreundlichere Verkehrsmittel.

An der Stadtgrenze zu Schönkirchen wurde gleich neben dem Bahnhof Oppendorf eine Mobilitätsstation mit Niederflurbushaltestelle, Fahrradparkhaus, Bikesharing der SprottenFlotte und Parkplätzen eingerichtet. Wie andere Mobilitätsstationen in Schleswig-Holstein ist auch die in Oppendorf mit SH_WLAN ausgestattet.

Beim Projekt Mobilitätsstation Oppendorf haben der Nahverkehrsverbund Nah.SH, die KVG, die KielRegion, die Förde Sparkasse und das städtische Tiefbauamt eng zusammengearbeitet. StattAuto erforscht zurzeit noch, wie groß die Nachfrage nach Carsharing in Oppendorf ist.

Kiels erste Mobilitätsstation dieser Art hat aufgrund der umfangreichen Bauarbeiten mehr als 1,5 Millionen Euro gekostet. Die Förderung des Landes beträgt etwa 70 Prozent.


Die nächste Mobilitätsstation ist schon im Bau

Am Bahnhof Russee wird gebaut, dort wird die nächste Kieler Mobilitätsstation voraussichtlich im Juni eröffnet. Außerdem sollen die Bahnhaltepunkte Ellerbek und Schulen am Langsee Fahrradabstellanlagen erhalten. Geplant werden Mobilitätsstationen an den Standorten Tilsiter Platz, Wilhelmplatz und Rungholtplatz sowie an den Anlegern Reventloubrücke und Dietrichsdorf. Viele weitere mögliche Standorte sind bereits geprüft und in eine Prioritätenliste eingetragen worden. Für Bau und Ausstattung von Mobilitätsstationen hat das Tiefbauamt jährlich 500.000 Euro zur Verfügung.

Mobilitätsstationen an möglichst vielen Stellen in Kiel sollen dazu beitragen, den Verkehr in Kiel klimafreundlicher zu gestalten. Der Mix aus ÖPNV und Radfahren, Leihrad und Carsharing – zumeist ergänzt durch Parkplätze für Autos – macht es möglich, dass mobile Menschen so umweltfreundlich fahren, wie sie es möchten. Der Standort in der Siedlung Oppendorf, offiziell ein Teil Neumühlen-Dietrichsdorfs am Nordufer der Schwentine, ist dafür ein gutes Beispiel.


Ganz neue Mobilitätsformen in Oppendorf

Früher fuhr in Oppendorf nur ein Ortsbus, auf dem Weg in die Stadt musste man in eine andere Buslinie umsteigen. Da es jahrzehntelang keine Zugverbindung gab, war in der Nähe des Bahnhaltepunktes auch keine Bushaltestelle. Die meisten Pendler aus Oppendorf und dem benachbarten Schönkirchen im Kreis Plön nutzten das Auto für die Fahrt in die Stadt.

Heute fährt zwischen Kiel-Hauptbahnhof und Oppendorf montags bis sonnabends stündlich ein Regionalzug, der auch in Ellerbek sowie bei Bedarf in Gaarden an den Schulen am Langsee (RBZ Technik und Hans-Geiger-Gymnasium) hält. So kommt man in nur elf Minuten von Oppendorf in die Innenstadt beziehungsweise vom Kieler Hautbahnhof an die Schwentine und den nordöstlichen Stadtrand.

Dank der neuen Mobilitätsstation ist nun vieles möglich: Man fährt mit dem Auto, besser aber mit dem Fahrrad oder Bus, zur Mobilitätsstation und steigt dort um in den Zug in die Stadt, wo es weitergeht per pedes, eigenem Fahrrad (Radparkhaus im Umsteiger), Leihrad oder Bus. Das Fahrrad parkt derweil gut gesichert und gegen Regen geschützt in der Mobilitätsstation (Bike + Ride), wo außerdem Pkw-Stellplätze zur Verfügung stehen (Park + Ride).

Für Arbeitspendler ist das eine umweltfreundliche und auch zeitsparende Alternative zur Autofahrt – ganz besonders, wenn sie sonst über den Theodor-Heuss-Ring fahren würden. Denn dort beginnen Mitte April sechsmonatige Bauarbeiten mit Geschwindigkeitsbegrenzung und einer gesperrten Fahrspur in Richtung Norden.

Es funktioniert aber auch in die andere Richtung: Auf der Suche nach Erholung in der Natur fährt man aus der Innenstadt per Bahn nach Oppendorf. Von dort geht es weiter zu Fuß auf dem Schwentinewanderweg oder per Leihrad durch das Kieler Umland.


Das alles bietet die neue Mobilitätsstation Oppendorf:

Die Mobilitätsstation am Oppendorfer Bahnhof ist Teil eines regionsweiten Netzes an Stationen. Im Rahmen der Kooperation als KielRegion hat sich die Landehauptstadt Kiel gemeinsam mit den Kreisen Plön und Rendsburg-Eckernförde auf den Weg gemacht, solche Mobilitätsstationen voranzubringen.

So hat die neue Mobilitätsstation in Oppendorf eine barrierefreie Bushaltestelle, 19 Park+Ride-Plätze und einen behindertengerechten Parkplatz sowie drei Stellplätze für Motorräder oder Kleinkrafträder. Auf einer Stele geben Piktogramme einen Überblick über die vorhandenen Angebote. Das öffentliche SH_WLAN wurde wie an allen Mobilitätsstationen durch die Sparkasse in Kooperation mit der KielRegion GmbH installiert. Zum direkt angrenzenden Bahnsteig kommt man über eine barrierefreie Rampe und Treppen.

Die neue Fahrradabstellanlage bietet Pendlern, Freizeitradlern und Touristen eine sichere und wettergeschützte Abstellmöglichkeit. Gebaut wurde eine 9x6 Quadratmeter große B+R-Anlage mit acht wettergeschützten Stellplätzen in einer Sammelschließanlage und 17 Stellplätzen im überdachten frei zugänglichen Teil, der auch zwei extrabreite Stellplätze hat für Sonderfahrräder wie Lastenräder, Erwachsenendreiräder oder Anhänger.

Neben den Stellplätzen können die Fahrradfahrer auch mit Steckdosen ausgestattete Schließfächer mieten, um Fahrradhelme und Regenkleidung unterzubringen und gleichzeitig den Akku eines Pedelecs oder E-Bikes aufzuladen. Im Bereich des Fahrradparkhäuschens gibt es zudem eine öffentliche Luftpumpe.

Die Anlage ist Teil der landesweiten B+R-Offensive. In Zusammenarbeit mit dem Nahverkehrsverbund Nah.SH, Kommunen, der Agentur BahnStadt, der Tricon Design AG und dem Hersteller Kienzler Stadtmobiliar entstand eine B+R-Anlage nach Baukastenprinzip im Nah.SH-Design. Die Elemente können miteinander kombiniert und nach den jeweiligen Bedürfnissen der Kommunen angepasst werden. An 13 Standorten setzten Kommunen das B+R-Projekt des Landes bereits um, 15 weitere Standorte sind im Bau.

Fahrgäste, die eine der geschützten B+R-Anlagen in Schleswig-Holstein nutzen wollen, können online unter www.nahsh.bike-and-park.de einen Stellplatz buchen.

Die SprottenFlotte stellt in Kiel, Schönkirchen, Mönkeberg, Heikendorf, Laboe, Kronshagen und Altenholz 300 Leihräder an über 40 Stationen zur Verfügung. „Am Bahnhof Oppendorf wird zum ersten Mal eine Station der SprottenFlotte an eine Mobilitätsstation angegliedert“, so Janet Sönnichsen, Geschäftsführerin der KielRegion GmbH und Betreiberin der SprottenFlotte.

Die Nutzung der Räder ist ganz einfach: Die Anmeldung ist über die nextbike-App, über eine Hotline oder die Webseite www.sprottenflotte.de möglich. Für die Ausleihe gibt man dann einfach die Nummer des Rades in der App ein oder nennt sie per Telefon. Die erste halbe Stunde jeder Ausleihe radelt man kostenfrei. Danach kosten 30 Minuten einen Euro, der ganze Tag kostet neun Euro. Die Rückgabe erfolgt an einer der Stationen, die über die App oder unter www.sprottenflotte.de zu finden sind.

Auch für Buskundinnen und Buskunden gibt es am Oppendorfer Bahnhof jetzt viele Verbesserungen. Die Niederflurhaltestelle direkt neben dem Bahngleis wird seit Dezember 2019 von der KVG-Linie 2 (Oppendorf – Wellingdorf) angefahren. Seit März 2020 ist sie ausgestattet mit einem Fahrgastunterstand und einer Digitalen Fahrgastinformation (DFI). Diese zeigt nicht nur die Echtzeitabfahrten der Buslinie an, sondern auch die Echtzeitabfahrten der Regionalbahn in beiden Richtungen. Die DFI ist ein Projekt des Green-City-Plans und wird aus dem Programm Saubere Luft des Bundes und zusätzlich auch noch vom Land/Nah.SH gefördert.

Bei jeder geplanten Mobilitätsstation in der Region prüft StattAuto die Stationierung seiner Carsharing-Fahrzeuge. In dezentralen Gebieten wie Oppendorf muss das Potenzial an Nutzern erst erschlossen werden. Für den Start benötigt StattAuto 10 bis 15 ernsthaft interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer. In den kommenden Monaten wird das konkrete Interesse in der Umgebung der Station ermittelt (Interessensbekundungen an kundenservice@stattauto-kiel.de).

 

Dazu ein Foto

Kurze Wege für große Mobilität: Gleich neben dem Bahnsteig bietet die Mobilitätsstation Oppendorf Parkplätze für Autos und Motorräder, ein Fahrradparkhaus, eine Leihrad-Station und eine Bushaltestelle.

Foto LH Kiel / Arne Gloy

Datum der Veröffentlichung: 06.04.2020
Beitragsverfasser: Landeshauptstadt Kiel, Pressereferat; Pressesprecherin Kerstin Graupner
Weblink: http://www.kiel.de

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