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Papier oder PDF – Was ist wirklich nachhaltiger?
Warum gedruckte Broschüren besser abschneiden, als viele denken.
06.11.2025

© mediaprint
Die große Nachhaltigkeitsfrage
Immer wieder taucht sie auf – die Frage, ob eine digitale Broschüre wirklich umweltfreundlicher ist als ihr gedrucktes Pendant. Klingt logisch: kein Papier, kein Transport, kein Müll. Doch wer genauer hinsieht, erkennt – so einfach ist es nicht.
Der unterschätzte Klimaschützer: Print
Eine 24-seitige DIN-A4-Broschüre verursacht in der Produktion rund 0,14 kg CO₂ – das klingt viel, relativiert sich aber, sobald sie mehrfach gelesen wird. In Deutschland werden über 95 % des Papiers recycelt, und jedes Blatt kann bis zu siebenmal wiederverwertet werden.
Dazu kommt: Papier speichert CO₂, benötigt keinen Strom beim Lesen und hält oft viele Jahre – in Wartezimmern, Büros oder bei Sammlern.
Wer zusätzlich Recyclingpapier nutzt, spart rund 60 % Energie. Wird klimaneutral gedruckt und der Versand optimiert, wird aus der Broschüre ein echter Nachhaltigkeitsheld.
Der digitale Schein trügt
Ein E-Book oder PDF wirkt auf den ersten Blick „emissionsfrei“. Doch Smartphones, Laptops und Server erzählen eine andere Geschichte:
Allein die Herstellung eines Laptops verursacht bis zu 900 kg CO₂, ein Smartphone bis zu 80 kg. Hinzu kommen Stromverbrauch beim Lesen, kurze Lebenszyklen und ein massives Recyclingproblem – weniger als 40 % des Elektroschrotts werden in der EU wiederverwertet.
Das Internet ist mittlerweile für rund 3 % der weltweiten CO₂-Emissionen verantwortlich – mehr als der globale Flugverkehr vor der Pandemie.
Das Fazit: Print punktet mit Kreislaufdenken
Gedruckt ist nachhaltiger, wenn mehrere Personen dasselbe Exemplar lesen, Recyclingpapier verwendet wird und klimaneutral produziert wird.
Digital lohnt sich nur dann ökologisch, wenn Inhalte kurz konsumiert, Geräte lange genutzt und mit Ökostrom betrieben werden.
Die beste Lösung? Beides!
Der ideale Weg ist ein Hybrid-Modell:
-
Print für alle, die blättern, markieren und bewahren wollen.
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Digital für alle, die schnell suchen oder teilen möchten.
So verbinden sich Reichweite und Nachhaltigkeit – ganz im Sinne moderner Kommunikationsstrategie.
Fazit: Papier lebt – und das nachhaltiger, als viele glauben.
Wer bewusst druckt, recycelt und teilt, tut mehr für den Klimaschutz als ein flüchtiger Klick im Netz.
Beitragsverfasser:
Marc Eisbach
Bayern, Aichach-Friedberg, Mering







