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Schloss-Sanierung kann beginnen – Architekten und Projektmanager nehmen ihre Arbeit auf

Schleswig-Holstein, Kiel, Kiel

Seit Anfang des Jahres ist die Landeshauptstadt Kiel Eigentümerin des Kieler Schlosses. Die Ratsversammlung hat die Stadtverwaltung beauftragt, das aus dem Jahr 1961 stammende Gebäude mit dem 1400 Sitzplätze umfassenden Konzertsaal zu sanieren. Zunächst mussten dafür Architektenbüros innerhalb einer europaweiten Ausschreibung, ein Projektsteuerer und ein neuer städtischer Projektleiter gefunden werden. All das ist erfolgreich geschehen.

 

„Wir wollen in den nächsten Jahren den Konzertsaal sanieren und das Kieler Schloss am geschichtsträchtigen Ort als herausragende musikalische Spielstätte, aber auch als Kieler Stadthalle erhalten, in der vom inklusiven Karneval bis zur Freisprechung der Handwerksgesellen alles Platz hat, was uns wichtig ist“, so Oberbürgermeister Ulf Kämpfer. „Das ist ein langer Weg. Aber die ersten wichtigen Schritte sind getan. Ich freue mich, dass wir mit unserem neuen Projektleiter, dem Projektsteuerer und den beiden Architektenbüros sehr gute Partner für diese Herausforderung gefunden haben.“

 

Die Projektsteuerung wird von dem Büro Schmitz Reichard aus Aachen wahrgenommen, das Projektsteuerungserfahrungen aus Maßnahmen unter anderem für das oldenburgische Staatstheater, die Universität Lüneburg oder die Sanierung zur Museums Insel Hombroich und damit bundesweite Erfahrungen mit Veranstaltungs- und Kulturbauten einbringt.

 

Den Zuschlag für die Sanierung des Konzertsaals haben im Rahmen der europaweiten Ausschreibung die Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) gemeinsam mit den Kielern bbp:architekten bda erhalten. Das Büro gmp bringt Erfahrungen aus verschiedenen realisierten Konzertsälen ein, darunter die Sanierung und Modernisierung des Kulturpalastes Dresden und die Gestaltung mehrerer Konzert- und Theaterbauten in China. Mit bbp:architekten bda haben die Architekten von Gerkan, Marg und Partner gleichzeitig einen erfahrenen lokalen Player an ihrer Seite.

 

„Der Kieler Konzertsaal ist ein im bundesweiten Vergleich hervorragendes Beispiel der Architektur der 1960er Jahre, welches nach der Sanierung und Freilegung der ursprünglichen Strukturen in neuem Glanz erstrahlen wird“, so der Kieler Diplom-Ingenieur Architekt BDA Björn Bergfeld, Partner bei bbp:architekten bda. „Die Herausforderung liegt darin, im Einklang mit dem historischen Kontext auch unsere heutige Zeit an geeigneter Stelle sichtbar zu machen.“

 

„Ausgangspunkt unseres Entwurfes ist die Interaktion des Konzertsaals und seine städtebauliche Einbindung am Kieler Schloss zwischen Altstadt und Förde“, so Stephan Schütz, Partner bei gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner. „Übergeordnetes Ziel ist es, die originalen Strukturen und Qualitäten des Konzerthauses aus den 1960er Jahren wieder zum Vorschein zu bringen und gleichzeitig mit einer verbesserten Akustik und Technik einen zeitgemäßen, modernen Konzert- und Veranstaltungsort mit einer Strahlkraft über Kiel hinaus zu schaffen.“

 

Neuer städtischer Projektleiter ist Hendrik Euling-Stahl. Er übernimmt die Aufgabe von Stefan Saleh, der Abteilungsleiter im Bildungsbau der Immobilienwirtschaft wird. Der gebürtige Lübecker Hendrik Euling-Stahl hat an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel Architektur studiert. Seine Abschlussarbeit befasste sich mit einem Entwurf für einen Neubau eines Schauspielhauses in Kiel. Anschließend hat er das Stadttheater Freiburg während der Sanierung von 1995 bis 1998 gegenüber Hochbauamt, planenden Architekten und Ingenieuren vertreten. Später realisierte er als Projektleiter bei Daberto+Kollegen aus München Theaterprojekte, Projekte wie die Sanierung des Festspielhauses Hellerau bei Dresden, ein Werkstatt- und Probenzentrum für die Düsseldorf Schauspiel GmbH, einen Neubau für die Kammerspiele Paderborn und bearbeitete eine Machbarkeitsstudie für die Sanierung der Bühnen Köln. Zuletzt war er Beauftragter für Baubelange am Staatstheater Augsburg, erstellte dort die Bedarfsermittlung für die anstehende Sanierung des Augsburger Theaters sowie die Vorplanung für die Interimsorte während der Sanierung.

 

„In vielen schönen Orten durfte ich leben und arbeiten, dennoch wollte ich immer eines Tages nach Norddeutschland und insbesondere nach Kiel zurück“, so Euling-Stahl. „Mit der neuen Aufgabe lässt sich nun ein privater Wunsch mit dem beruflichen Werdegang auf sehr gute Weise verbinden.“

 

Hintergrund:

Im Juli 2018 beauftragte die Kieler Ratsversammlung die Stadtverwaltung damit, das Kieler Schloss mit dem Konzertsaal anzukaufen, den Konzertsaal zu sanieren und ein Nutzungskonzept für die Weiterentwicklung des Gesamtareals mit Schloss und Konzertsaal zu entwickeln und dazu insbesondere die Machbarkeit eines Kultur- und Kongresszentrums zu prüfen. Seit Anfang 2019 ist die Landeshauptstadt Kiel Eigentümerin der Immobilie. Seitdem werden die Planungen für die Sanierung vorangetrieben. Als Kosten für die Sanierung des Konzertsaals wurden 2016 rund 24 Millionen Euro veranschlagt. Bis zur Spielzeit 2023/24 soll die Sanierung abgeschlossen sein.

Datum der Veröffentlichung: 18.10.2019
Beitragsverfasser: Landeshauptstadt Kiel, Pressereferat; Pressesprecherin Kerstin Graupner
Weblink: http://www.kiel.de

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