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Selbstbestimmt Wohnen und Leben im Alter

Es ist ganz natürlich, dass die Wohnung mit zunehmendem Alter aus verschiedenen Gründen eine wachsende Bedeutung für die eigene Lebensqualität bekommt. In den letzten Jahren ist der Trend zum selbstbestimmten Wohnen in den eigenen vier Wänden immer deutlicher geworden. Schließlich verbringen Sie gerade im Alter mehr Zeit zuhause, da Ihnen zum einen durch den Wegfall geregelter Arbeitszeiten mehr Freizeit zur Verfügung steht, zum anderen aber auch aufgrund von gesundheitlichen Problemen, die den Weg nach draußen und zurück erschweren. Zudem ist die eigene Wohnung noch in einer ganz anderen Hinsicht zentral: Durch eine barrierefreie Ausgestaltung der Innenräume ist sie der Schlüssel zu einer aktiven Teilnahme am Leben und dem Erhalt der eigenen Selbstständigkeit bis ins hohe Alter. Dieses Kapitel soll Sie dazu motivieren, sich mit der eigenen Wohnsituation und den persönlichen Wohnbedürfnissen auseinanderzusetzen und Ihren veränderten Anforderungen anzupassen.

Selbstständig im Alltag


Auch wenn sich heutzutage dank einer gesunden Ernährung und ausreichend Bewegung viele Menschen bis ins hohe Alter einer exzellenten Gesundheit erfreuen, gehen mit dem natürlichen Alterungsprozess zumeist auch einige gesundheitliche Veränderungen einher. Durch eine barrierefreie Ausgestaltung der eigenen Wohnräume kann allerdings vielen dieser altersbedingten Schwächen Rechnung getragen werden, so dass sie im häuslichen Alltag kaum mehr ein Problem darstellen. Einige dieser Schwächen sind Ihnen vielleicht schon selbst bewusst geworden:

  • Ihre Sehkraft wird schwächer. Altersweitsichtigkeit ist ein ganz normales Symptom fortgeschrittenen Alters, ebenso wie eine Verschlechterung der Hell-Dunkel-Sicht.
  • Sie verfügen über eine geringere Muskelkraft als früher und tun sich zum Beispiel mit dem Heben, Halten oder Tragen von schweren Gegenständen schwer.
  • Die Wirbelsäule ist das ganze Leben lang einer enormen Belastung ausgesetzt, die der aufrechte Gang des Menschen mit sich bringt. Daher ist es normal, dass sie weniger geschmeidig und beweglich ist wie in jungen Jahren. Dasselbe gilt auch für Ihre allgemeine Beweglichkeit. Ihr Körper wird weniger agil, allerdings erwartet auch niemand mehr von Ihnen, eine Ehrenurkunde im Bodenturnen zu erringen.


Viele ältere Menschen legen diese ganz normalen Schwächen als Handikap aus, das ihnen eine normale Beteiligung am gesellschaftlichen Leben erschwert. Sie schämen sich vielleicht sogar, weil sie niemandem zur Last fallen wollen. Dieses Gefühl ist ganz normal, sollte Sie allerdings auf keinen Fall davon abhalten, Ihr Leben zu genießen. Altersbedingte Sehschwächen oder Bewegungsprobleme lassen sich mit moderner Technik heutzutage gut abfangen. Erwähnenswert sind zum Beispiel Treppenlifte und Hörgeräte. Einem sorgenfreien Alltag mitten im Leben steht daher nichts mehr im Weg.
Seit einiger Zeit gibt es in deutschen Städten wie Chemnitz, Bautzen oder Bad Füssing sogenannte „Läden der Generation“ bereit. Die Verkaufsflächen sind hier senioren- und behindertenfreundlich eingerichtet. Die Waren sind von niedrigeren Regalen aus leichter zu erreichen, es ist ein rutschfester Boden verlegt und es gibt spezielle Einkaufswägen, die mit Sitz  und Griffen zum Abstützen versehen sind. Außerdem sind die Preisschilder leichter lesbar gestaltet und es gibt für die älteren Singels abgepackte kleine Portionen. Den Einkauf erleichtern hier zudem breitere Gänge und eine großflächige Parkanlage.


Irgendwann kann aber der Alltag trotz allem zu einer Herausforderung werden, die man auf sich allein gestellt nicht mehr meistern kann. Diese Situation kommt in einer immer älter werdenden Gesellschaft auf jeden von uns zu, der nicht unmittelbar aus dem Leben gerissen wird. Viele Menschen können in einer solchen Situation auf die Unterstützung von Angehörigen, Freunden und Nachbarn setzen. Voraussetzung ist allerdings, dass sie bereit sind, sich die eigene Hilfebedürftigkeit ohne falsches Schamgefühl einzugestehen. Daneben gibt es eine Vielzahl von Begleitungs-, Betreuungs- und Hilfsdiensleistern, die ehrenamtlich arbeiten oder gegen eine Aufwandspauschale, freiberuflich auf Rechnung, als Minijobber oder als Teilnehmer einer Beschäftigungsmaßnahme. Wenn Sie sich zu Angeboten der Kommune beraten lassen möchten, ist diese kostenfrei und trägerneutral. Auf Ihren Wunsch kommen Sozialarbeiter und anderes Betreuungspersonal der Kommune zu Ihnen nach Hause, um mit Ihnen das Hilfepaket zu schnüren, das Ihnen ermöglicht, so lange wie möglich zuhause zu bleiben.

Barrierefreies Wohnen durch Wohnraumanpassung

Bei einer barrierefreien Gestaltung der Wohnräume sollte das Augenmerk aufgrund der erhöhten Rutschgefahr besonders auf dem Badezimmer liegen. Das Waschbecken sollte in individueller Höhe montiert werden und möglichst flach und unterfahrbar sein, damit es auch von einem Rollstuhlfahrer genutzt werden kann. Achten Sie beim WC darauf, dass links und rechts ausreichend Bewegungsfläche vorhanden ist und bringen Sie passende Stützgriffe mit geeignetem Profil und griffiger Oberfläche an, die das Hinsetzen und Aufstehen erleichtern. Eine schwellenfreie Duschwanne sorgt ganz einfach für einen rollstuhlgerechten beziehungsweise leichter zugänglichen Duschplatz.

Barrierefrei wohnen – was heißt das eigentlich?

Für immer mehr Menschen stellt die barrierefreie Ausgestaltung ihrer Wohnräume eine gute Alternative zum Umzug in eine spezielle Einrichtung für Senioren und/oder Menschen mit Pflegebedarf dar. Dabei wird dafür gesorgt, dass die alltäglichen Wege begehbar bzw. befahrbar sind und die Dinge des täglichen Lebens greifbar bzw. erreichbar sind. Bedarf für eine bessere Ausleuchtung von möglichen Stolperfallen oder die sinnvolle Anbringung von Handläufen zur Verringerung unnötiger Balanceakte können schnell erkannt und umgehend behoben werden. Auch zu viel Mobiliar oder zu wenig Platz vor Waschtischen oder in der Küche können einschränken.
 

Barrierefreie Stadt

In den vergangenen Jahren wurden die Rechte von behinderten Menschen zur selbstständigen Teilnahme am gesellschaftlichen Leben durch eine Reihe von Gesetzen, Normen und Standards gestärkt. Viele Errungenschaften kommen nicht nur ihnen, sondern auch älteren Menschen zu Gute, denen zum Beispiel stufenlose Zugänge zu öffentlichen Gebäuden und Aufzüge an Bahnhöfen die selbständige Lebensführung ebenfalls erleichtern.

Hilfen im Alltag

Fahrdienste

Zum Ausgleich eventueller Bewegungseinschränkungen hat sich ein breites Spektrum an Service-Dienstleistungen entwickelt. Viele Geschäfts- und Gewerbebetriebe haben bereits auf die demographische Entwicklung reagiert und bieten ihren Kunden zum Beispiel an, sie zuhause abzuholen und dorthin zurückzubringen. Somit können langjährige Kunden weiterhin alle Dienstleistungen in Anspruch nehmen, wie  die Dauerwelle beim Friseur oder sonderangefertigte Schuhe. Andere erweitern ihren Service um Hol- und Bringdienste für gereinigte Gardinen und Teppiche oder geänderte Kleidung - sozusagen eine Lieferung auf Knopfdruck.
Daneben etablieren sich immer mehr Dienstleister, die einen Fahrservice mit diversen kleineren Arbeiten im Haushalt kombinieren. So bringen sie zum Beispiel den Müll hinunter oder saugen die Wohnung. Diese eigenständigen Fahrdienste sind zwar unabhängig von Geschäften, aber trotzdem an rechtlichen und formale Voraussetzungen gebunden.  

Haushaltsnahe Dienstleistungen

Pflegedienste, zahlreiche Kleinstgewerbe und gemeinnützige Gesellschaften bieten Hilfen im Haushalt an. Die Dienste werden zunehmend an den Servicewünschen der älteren Kunden orientiert, die diese Leistungen zwar aus eigener Tasche finanzieren müssen, sie aber steuerlich geltend machen können. Wenn Voraussetzungen wie chronische Erkrankungen oder Behinderungen vorliegen, können möglicherweise finanzielle Hilfen von der Kranken-, Pflegekasse oder dem Sozialhilfeträger beantragt werden.

Komplementäre Dienste

Sie stellen vom Begriff her eine ergänzende Kategorie an Dienstleistungen für ältere, hilfe- und pflegebedürftige Menschen dar, die in der Regel nicht durch Fachkräfte der Alten- und Krankenpflege erbracht werden, da ihre Kosten nicht durch Kranken- und Pflegekassen refinanziert werden. Eine allgemein anerkannte Definition oder auch nur Abgrenzung zu den haushaltsnahen Diensten gibt es nicht.
Verrichtet werden die Handreichungen, Serviceleistungen, Hol- und Bringdienste usw. meist von Hilfspersonal, Minijobbern und Praktikanten, um den Kostenaufwand für die Betreffenden so gering als möglich zu halten.

Lebensmittel-Bringdienste

liefern in haushaltsüblichen Mengen Lebensmittel zur eigenen Zubereitung frei Haus.

Essen auf Rädern

ist wohl die bekannteste Form von alltäglichen Hilfen. Dabei werden fertig zubereitete Mahlzeiten regelmäßig entweder heiß, zum sofortigen Erhitzen oder auch gefroren für die ganze Woche ins Haus geliefert. Die Bestellung aus dem Wochenspeiseplan muss einige Tage vor der Lieferung erfolgen.

Handwerkliche Hilfen

Einige handwerkliche Firmen bieten speziell für die ältere Generation Hilfe bei Renovierungs- und kleineren Reparaturarbeiten, beim Schneefegen und bei der Grabpflege sowie bei Entrümpelungen an.

Versandhandel

Pflegeutensilien werden vom Hausarzt verschrieben und die Kosten teilweise als Hilfsmittel von der Kranken- bzw. Pflegekasse übernommen. Eine Erleichterung bei der Anlieferung stellt der Versandhandel oder Sanitätshäuser mit Lieferservice dar, der die manchmal recht umfangreichen Materialien direkt nach Hause bringt. Fragen Sie Ihre Krankenkasse.

Türe zugefallen und Schlüssel steckt innen?

Das ist wohl fast jedem schon passiert. Aber was darf der Schlüsseldienst für die Öffnung der Tür verlangen? Wie vermeidet man, in dieser misslichen Situation an ein Firmennetz mit Wucherpreisen zu geraten? Um ein seriöses Angebot zu finden, können Sie vorsorglich bei der IHK (Industrie- und Handelskammer) nachfragen.

Sicher wohnen im Alter

Die Polizei behandelt alle Themen rund um das Thema Sicherheit, die speziell für Sie und Ihre Angehörigen wichtig sind. In der Broschüre „Der Goldene Herbst“ gibt unser aller Freund und Helfer Sicherheitstipps für Senioren. Die Broschüre ist zu beziehen unter der Internet-Adresse:
www.polizei-beratung.de/mediathek/kommunikationsmittel/broschueren/

Viele Betrüger machen sich die Hilfsbereitschaft älterer Menschen an der Haustüre zunutze. Daher sollten Sie bei fremden Personen immer einen gewisse Vorsicht walten lassen, die allerdings nicht in eine Phobie ausarten sollte. Mit diesen Aussagen könnten Trickbetrüger zum Beispiel versuchen, in Ihre Wohnung zu kommen:

  • Kann ich bitte ein Glas Wasser haben? Mir ist so schlecht. Ich habe Durst. Ich muss dringend meine Tabletten nehmen.
  • Haben Sie Papier und Bleistift? Der Nachbar ist nicht zu Hause, ich möchte ihm eine Nachricht hinterlassen. Haben Sie vielleicht eine Schreibunterlage? Hier ist das Licht so schlecht – darf ich an Ihrem Tisch schreiben?
  • Ich muss schnell telefonieren – ich hatte einen Unfall. Ich benötige einen Arzt. Ich hatte eine Autopanne. Darf ich Ihr Telefon benutzen?
  • Ich habe ein dringendes Bedürfnis. Darf ich (mein Kind) Ihre Toilette benutzen?
  • Mein Baby braucht sein Fläschchen. Darf ich es bei Ihnen füttern (wickeln)?
  • Erinnern Sie sich nicht mehr an mich? – Damit reden Ihnen die vermeintlichen Bekannten nur ein schlechtes Gedächtnis ein, um Sie in Sicherheit zu wiegen und von Ihnen in Ihre Wohnung gebeten zu werden. Vorsicht vor diesen „Bekannten“!


Tipps Ihrer Polizei:

  • Vergewissern Sie sich vor dem Öffnen, wer zu Ihnen will: Schauen Sie durch den Türspion oder aus dem Fenster, benutzen Sie die Türsprechanlage.
  • Öffnen Sie Ihre Tür immer nur mit vorgelegter Türsperre (z. B. Kastenschloss mit Sperrbügel).
  • Lassen Sie niemals Fremde in Ihre Wohnung.
  • Überlegen Sie sich Folgendes, wenn Fremde an der Tür von ihrer Not erzählen: Warum wenden sich diese Leute nicht an eine Apotheke, eine Gaststätte oder ein Geschäft, sondern gerade an mich?
  • Seien Sie misstrauisch bei Anrufern, deren Stimme Sie nicht erkennen. Lassen Sie sich den vollständigen Namen, die Adresse und eine Telefonnummer geben, unter der Sie zurückrufen können - echte Verwandte oder Bekannte werden dafür Verständnis aufbringen.
  • Übergeben Sie niemals Geld an Personen, die Sie nicht kennen.
  • Lassen Sie sich am Telefon keine Namen oder andere Informationen über Angehörige, Freunde oder Bekannte entlocken.

 

Hausnotruf

Was tun, wenn aber doch einmal ein Notfall eintritt, wenn Sie stürzen oder an plötzlicher Übelkeit leiden? Ein neues System kann bei solchen Notlagen Abhilfe schaffen. Dabei tragen Sie einen kleinen Funksender bei sich, der mit einer Notrufzentrale verbunden ist. Wenn Sie den Knopf drücken, ruft die Zentrale bei Ihnen zuhause an und meldet sich über einen speziellen Lautsprecher, der ebenfalls zum System gehört. Falls dabei keine Antwort gegeben wird, benachrichtigt die Notrufzentrale einen Angehörigen, den Sie vorher festgelegt haben.

Spezielle Wohnformen für Senioren


Wohnen, Hilfe und Pflege ist in vielen Kombinationen möglich. Nicht zuletzt die rechtlichen Änderungen zur Finanzierung pflegerischer Leistungen durch die Pflegeversicherung heben die bisherigen Grenzen zwischen eigenständigem Wohnen und der pflegerischen Rundumversorgung in einer stationären Einrichtung immer stärker auf. Dadurch ist viel Wahlfreiheit entstanden, die nur nutzen kann, wer sich mit den eigenen Bedürfnissen und Wünschen genau auseinandergesetzt hat.
Für den immer seltener werdenden Fall, dass die vorhandene private Familien- oder Single-Wohnung für den jeweiligen Gesundheitszustand zu viele Hindernisse aufweist, gibt es alternativ zum Wechsel in eine vollstationäre Pflegeeinrichtung Wohnangebote unter vollständiger Beibehaltung der eigenständigen Lebensgestaltung, um den Ansprüchen auf individuelles und familienähnliches Wohnen trotz Krankheit, Behinderung und Pflegebedürftigkeit gerecht zu werden.
Das sind neben den klassischen alten- und behindertengerechten Wohnungen die unterschiedlichsten Formen des „Wohnens + Service“.
Es gibt viele Stellen, die Familien mit pflegebedürftigen Menschen helfen und beraten. Das richtige Angebot zu finden kann allerdings schwierig sein. Deshalb ist es wichtig, die für die eigenen Fragen und Probleme richtige Anlaufstelle zu finden. Dabei wollen wir Sie unterstützen, indem wir die unterschiedlichen Beratungsstellen und Hilfsangebote vorstellen.

Persönliche Wünsche

dürfen natürlich auf keinen Fall zu kurz kommen, wenn es sich um die Wahl eines neuen Wohnraumes dreht. Schließlich geht es vor allem darum, dass Sie sich in der Einrichtung Ihrer Wahl zuhause fühlen. Neben den zuständigen Stellen in den Einrichtungen selbst kümmern sich Sozialdienste, Bewohnerbeiräte, Fördervereine und weitere Organisationen um die Verwirklichung Ihrer Vorstellungen. Trägerübergreifende, persönliche Beratung erhalten Sie in den städtischen Beratungsangeboten.

Haustiere

sprechen keinesfalls gegen den Wechsel in eine stationäre Einrichtung, sondern in manchen Fällen sogar dafür. Denn für viele Senioren gestaltet sich die tägliche Versorgung von Hund, Katze und Co. mit der Zeit schwierig, doch die tierischen Freunde sind natürlich ans Herz gewachsen und werden nur sehr ungern in ein Tierheim abgegeben. In einer Einrichtung lässt sich vielleicht leichter ein ehrenamtlicher Tierpate organisieren, der bei der Versorgung der Therapeuten auf vier Beinen unter die Arme greift. Einige Häuser haben sogar ihre eigenen Haustiere, zum Beispiel Katzen oder eine Voliere, um die sich der Förderverein, Ehrenamtliche oder Angehörige kümmern. Auch Pflanzenliebhaber und Hobbygärtner kommen durch bepflanzte Balkone, Hochbeete, Kräutergärten, speziell angelegte Gärten und nicht zuletzt durch Waldrandlage auf ihre Kosten.

Wohnformen

„Betreutes Wohnen“

Für den Begriff „Betreutes Wohnen“ gibt es keine allgemein verbindliche Definition. Zentraler Punkt ist die Tatsache, dass Sie zum Miet- oder Kaufvertrag einen gesonderten Betreuungsvertrag abschließen. Doch Vorsicht ist geboten, denn die Option auf Vermittlung eines Pflegedienstes oder eine Notrufanlage macht aus einem Wohnobjekt noch kein „Betreutes Wohnen“! Wahl- und Pflichtleistungen müssen dabei genau unterschieden werden und sollten im Vertrag gesondert festgelegt sein. Manchmal lässt erst eine genaue Lektüre der Verträge erkennen, welche Leistungen erbracht und welche Optionen vermittelt werden. Mitunter ist es daher ratsam, dafür die professionelle Vertragsberatung der Verbraucherzentrale oder ein Anwaltsbüro Ihres persönlichen Vertrauens zu konsultieren.
Unter Beteiligung verschiedener Ministerien, Verbände und Leistungsträger wurden in den vergangenen Jahren Normen und Qualitätsstandards entwickelt, die einen Vergleich der Leistungen bedingt möglich machen. Bedauerlicherweise sind teilweise parallel auf Landesebene und Bundesebene abweichende Kriterienkataloge entstanden. Eine Zertifizierung ist freiwillig; nach den neuen Baunormen können sich Wohnobjekte erst seit 2007 ausrichten.

Betreutes Wohnen für 60+

bietet Ihnen als aktuell stark nachgefragte Wohnform ein Angebot von eigenständigen Mietwohnungen für ältere Paare und Einzelpersonen. Zum Mietvertrag schließen Sie einen Service- oder Betreuungs-Vertrag ab, der ein im Detail beschriebenes Service-Paket enthält. Dafür entrichten Sie eine Monatspauschale.
Alle Service-Leistungen darüber hinaus müssen gesondert finanziert werden. Für die Ausgestaltung des Service-Paketes gilt die Vertragsfreiheit. Die einzelnen Positionen und Leistungen müssen individuell ausgehandelt werden, beispielsweise Schneefegen, Rasenmähen, Garten- und Balkonpflege, Flur- und Fensterreinigung.
Es kommt darauf an, genau hinzuschauen, was Grundleistung und was Wahlleistung (Option) ist.

Seniorenwohnungen

Entlastung im hauswirtschaftlichen Bereich bieten die traditionellen Seniorenwohnungen, die mit öffentlichen Fördermitteln für Menschen ab 60 Jahren mit niedrigem Einkommen „altersgerecht“ gebaut wurden. Der Wohnstandard, die Einrichtung von Gemeinschaftsflächen und die Infrastruktur sind abhängig vom Baujahr. Die Größe der Wohnanlagen ist je nach Bauträger sehr unterschiedlich. Der Bezug der Wohnungen ist meist abhängig von einem Wohnberechtigungsschein.

Senioren-Wohngemeinschaften

Wohngemeinschaften sind nicht nur für Studenten attraktiv. In einer Senioren-WG bewahren Sie sich Ihre Unabhängigkeit und sind doch nie allein. Die gemeinsamen Tage mit den Mitbewohnern können bunt und abwechslungsreich gestaltet werden und erhellen so den Alltag. Und auch im Krankheitsfall können sich die WG-Mitglieder gegenseitig helfen und stützen. Wer in einer Wohngemeinschaft seinen Lebensabend verbringen will, muss sich allerdings früh um eine geeignete Wohnung kümmern: Sie sollte groß genug sein, um allen Bewohnern genügend Rückzugsmöglichkeiten zu bieten, über Gemeinschaftsräume verfügen und möglichst barrierefrei eingerichtet sein. Außerdem sollten möglichst kurze Strecken zu Bäckern, Lebensmittelläden, etc berücksichtig werden.

Mehrgenerationenwohnen

Was vor hundert Jahren noch gang und gäbe war, wird jetzt in der modernen Gesellschaft wiederentdeckt: Das Mehrgenerationenwohnen. Von einer solchen Wohngemeinschaft können alle Beteiligten nur profitieren. So können Sie innerhalb des familienähnlichen Verbandes die Betreuung der Kinder übernehmen, wenn sich die berufstätigen Eltern gerade bei der Arbeit befinden oder anderweitig verhindert sind. Im Gegenzug fühlen sich viele Senioren in einer solchen Mehrgenerationen-WG besser in die Gesellschaft integriert und somit mitten im Leben. Und sollte sich doch einmal ein Sturz oder ein ähnlicher Zwischenfall ereignen, ist sofort jemand zur Stelle, um Ihnen zu helfen.

Stationäre Pflegeangebote

Auch wenn sich viele Menschen bis ins hohe Alter einer guten Gesundheit erfreuen, kann es nach Stürzen oder chronischen Krankheiten auch vorkommen, dass Krankenpflege in einem Umfang notwendig wird, die Angehörige im Privathaushalt nicht bewältigen könnten. Dann kommt der Umzug des Patienten in eine stationäre Pflegeeinrichtung in Betracht. Hier steht Ihnen in der Regel ein Appartement oder ein Ein- oder Zweibettzimmer mit Bad zur Verfügung. Zudem können Sie rund um die Uhr von qualifizierten Fachkräften versorgt und gepflegt werden.

Hausgemeinschaft

Der Begriff bezeichnet eine Wohn-/Pflegegruppe in einer vollstationären Einrichtung, die dem Leben in einer gewachsenen Familie am nächsten kommt. Dadurch können natürlich individuelle Wünsche stärker berücksichtigt werden, als das im großen Kreis einer stationären Pflegestation normalerweise möglich ist. Es entsteht zwischen Bewohnern und Pflegekräften ein ganz besonderes Beziehungsverhältnis und der Übergang von der eigenen Wohnung ins Pflegeheim wird Ihnen erleichtert. Gemeinschafts- und  Einzelaktivitäten strukturieren den Tagesablauf, wirken vitalisierend und fördern das Zusammengehörigkeitsgefühl.

Probewohnen

Bevor Sie einen Umzug in eine stationäre Einrichtung ernsthaft in Erwägung ziehen, sollten Sie sich über die eigenen Wünsche und Bedürfnisse im Klaren sein, um sich in der neuen Behausung möglichst wohl fühlen zu können. Durch Probewohnen können Sie die folgenden Punkte am Besten beurteilen:

  • Einzel- oder Mehrbettzimmer?
  • Welche Gemeinschaftsräume und Beschäftigungen werden angeboten?
  • Wie ist der Tagesablauf gestaltet?
  • Ist die medizinische Versorgung ausreichend?
  • Sind Friseur, Fußpflegerin, Kosmetikerin (zeitweise) im Haus?
  • Wird der Bewohnerbeirat ernst genommen?
  • Sind Tiere gestattet?
  • Von welchen Möbeln, Hausrat und Erinnerungen müssen Sie sich beim Umzug trennen?
  • Kennen Sie vielleicht schon einzelne Bewohner aus Ihrer früheren Nachbarschaft?
  • Wie geht man auf Beschwerden, Kummer und Sorgen ein?

 

Foto: bigstockphoto.com, ID 40514572, 2013

Datum der Veröffentlichung: 13.10.2014

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