Schule und was dann? Der richtige Weg in den Beruf. IHK Kassel - Marburg 2019- 2020

35 INFORMATIONEN VIELFALT GEGEN VORBEHALTE … Mädchen sind technisch weniger begabt.“ Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass die angeblich geringere technische Begabung von Mädchen ein Vorurteil ist, das der objektiven Prüfung nicht standhält. Mädchen schneiden zwar manchmal in Tests für technisches Verständnis etwas schlechter ab als Jungen; das liegt aber meistens an der von traditionellen Rollen- mustern geprägten Erziehung zu Hause und in der Schule. Mädchen haben keine geringere technische Begabung, sondern weniger Vorkenntnisse und Erfahrungen. Die Unterschiede verlieren sich schon im Laufe des ersten Ausbildungsjahres. Junge Frauen haben oft die besseren Schulabschlüsse und gute Noten – auch in Mathematik. Sie sind hoch motiviert und leistungsbereit. … Mädchen sind doch nicht überall einsetzbar, weil sie weniger Kraft haben.“ Hohe körperliche Belastungen sind für Männer und Frauen schädlich. Die fort- schreitende Digitalisierung erfordert ganz neue Kompetenzen. Technische Hilfsmittel ersetzen heute immer mehr die Muskel- kraft. Sollte es dennoch einmal notwendig sein, packen Arbeitskollegen gern mit an. … die teure Ausbildung lohnt sich doch bei Mädchen nicht.“ Entgegen der üblichen Meinung bleiben junge Frauen nach der Ausbildung im Beruf. Häufig setzen sie nach einer Baby- Pause ihre Berufstätigkeit fort und wollen Verantwortung übernehmen. Auch bei männlichen Kollegen ist nicht sicher, ob sie nach dem Freiwilligendienst wieder- kommen. … Mädchen bringen Probleme bei der Zusammenarbeit.“ Das Gegenteil ist der Fall. Sie wollen keine Sonderrolle und fügen sich gut in den Kreis der männlichen Kollegen ein, wenn sie mit Selbstverständlichkeit akzeptiert werden. Vielfalt im Team führt oft sogar zu besseren Ergebnissen, gerade junge Männer zeigen im Wettbewerb mit jungen Frauen manchmal eine stärkere Leistungs- bereitschaft als in homogenen Ausbil- dungsgruppen. Betriebe, die Frauen in bisherigen Männerberufen beschäftigen, berichten übereinstimmend von positiven Auswirkungen auf das Betriebsklima. … es fehlen Sanitärräume wie sepa- rate Toiletten und Umkleideräume.“ Das alte Argument zählt nicht als Ausrede. Die „Muss“-Vorschriften der Arbeits- stättenverordnung wurden in „Soll“-Vor- schriften umgewandelt. Die Situation des einzelnen Betriebes wird berücksichtigt. Kontakt bei Fragen rund um MINT- Berufe für Jugendliche, Lehrkräfte und Ausbildungsverantwortliche: Doro-Thea Chwalek Projektkoordinatorin MINT IHK Kassel-Marburg Tel.: 0561 7891-262 E-Mail: chwalek@kassel.ihk.de VIELFALT GEGEN VORBEHALTE Es sprechen viele Gründe dafür, Mädchen auszubilden. Trotzdem sagen manche Betriebe noch: „Wir würden ja gern, aber … © Monkey Business - stock.adobe.co m

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