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1. BERATUNG UND INFORMATION

1.6 Information und Beratung zu den Themen Vorsorge und Testament

Notfallmappe
Eine Notfallmappe gibt Ihnen die Möglichkeit, die im Notfall für Sie wichtigsten Informationen schriftlich in Formularform festzuhalten. Die Vordrucke sollen neben persönlichen und medizinischen Daten Auskunft über Vorsorgevollmachten und Verfügungen geben.
Eine kostenlose Notfallmappe ist im Beratungszentrum mit integriertem Pflegestützpunkt (nur in Verbindung mit einer Kurzberatung) erhältlich oder kann beim Hessischen Sozialministerium bestellt oder als Datei im Internet unter www.hsm.hessen.de heruntergeladen werden.
Tel.: 0611 817-3262
Fax: 0611 817-3566
Icon eMail publikationen@hsm.hessen.de
Die Kontaktdaten szum BiP finden Sie auf Seite 5.

Testament
Mit dem Testament wird sichergestellt, dass bei der Aufteilung des Nachlasses nach den Wünschen der Verstorbenen verfahren wird.

Öffentliches Testament
Das öffentliche, vor einer Notarin/einem Notar mündlich erklärte, gebührenpflichtige Testament bietet folgende Vorteile: Die Notarin/der Notar berät Sie und verdeutlicht Ihnen die Konsequenzen der geplanten Verfügungen. Zweifel an der Echtheit und am Verständnis des Testaments können hier in der Regel nicht aufkommen, da es beim Amtsgericht hinterlegt wird.

Eigenhändiges Testament
Ein eigenhändiges Testament wird von der vererbenden Person selbst handschriftlich verfasst und ist kostenfrei. Die Angabe von Ort und Datum darf ebenso wenig vergessen werden wie die Unterschrift mit Vorund Familiennamen. Das Testament können Sie zu Hause verwahren oder sicherheitshalber beim Amtsgericht hinterlegen.

Gemeinsames Testament von Eheleuten
Das Gesetz ermöglicht Eheleuten, ein gemeinschaftliches Testament zu verfassen, das im Todesfall für jeden Ehepartner gleich gilt. Ob in öffentlicher oder eigenhändiger Form reicht es aus, wenn ein Ehepartner das Testament eigenhändig niederschreibt und beide mit Vor- und Zunamen unterschreiben. Informieren Sie sich rechtzeitig bei den zuständigen Stellen, ob es steuerliche Gründe dafür gibt, bestimmte Vermögenswerte bereits zu Lebzeiten zu übertragen.

Was ist im Todesfall zu tun?
Bei einem Todesfall macht es die persönliche Trauer oft schwer, klare Gedanken über die zu erledigenden Formalitäten zu fassen. Die nachfolgenden Hinweise können Ihnen dabei helfen:

  1. Ärztin/Arzt benachrichtigen, die/der den Totenschein ausstellt
  2. Nächste Angehörige benachrichtigen
  3. Bestattungsinstitut einschalten, das sich auf Wunsch um die folgenden Punkte kümmert:
  4. Meldung des Todesfalls bis spätestens am folgenden Werktag beim zuständigen Standesamt. Folgende Unterlagen müssen vor Ort sein: Totenschein, Geburtsurkunde, Heiratsurkunde oder Stammbuch, Personalausweis oder Reisepass sowohl der/des Verstorbenen als auch der/des Anzeigenden.
  5. Art, Ort und Zeit der Beisetzung mit der städtischen Friedhofsverwaltung festlegen. Hierzu wird die Vorlage der vom Standesamt ausgestellten Beerdigungserlaubnis benötigt. Die religiöse Form der Bestattung kann ggf. mit dem Pfarramt oder der Religionsgemeinschaft abgesprochen werden.
  6. Benachrichtigung der gesetzlichen und privaten Versicherungsträger
  7. Abgabe des Testaments beim Nachlassgericht
  8. Aufgeben einer Todesanzeige
  9. Kündigung laufender Verträge
  10. Benachrichtigung von Vereinen, Verbänden und Organisationen, denen die/ der Verstorbene angehört hat

Für Regelungen hinsichtlich der Bestattung empfiehlt es sich, eine eigenständige schriftliche Verfügung einzurichten, die nicht zusammen mit dem Testament, sondern bei den Notfallunterlagen aufbewahrt werden sollte.
Die notwendigen Regelungen können Sie mit dem Bestattungsinstitut schon zu Lebzeiten besprechen und Vorsorgemaßnahmen treffen.

Alle Fragen rund um das Thema Bestattungen können mit der Friedhofsverwaltung (Tel.: 06421 201-407) erörtert werden.