Der Landkreis Weilheim-Schongau - Ein Paradies auf Erden

Ein Paradies auf Erden

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Der Landkreis WEILHEIM SCHONGAU stellt sich vor

Herzlich 2

willkommen 3

Weilheim i. OB 4

Beschreibung des Wappens des Landkreises Weilheim-Schongau 6 Grußwort von Landrätin Andrea Jochner-Weiß 7 Geschichte des Landkreises 10 Entstehung und Bedeutung 16 Landschaft und Klima 20 Geografie und Bevölkerung 24 Unser Kreistag 28 Das Landratsamt im Portrait 33 Wirtschaftsstandort mit Zukunftsperspektive 38 Finanzen des Landkreises 43 Die Landwirtschaft im Landkreis 46 Tourismus, Kultur und Freizeit 48 Natur- und Landschaftsschutz 58 Landschaftspflegeverband 60 Denkmalpflege 62 Sport im Landkreis 64 Abfallwirtschaft 66 Wasserversorgung und Wasserschutzgebiete 69 Abwasserentsorgung 70 Bildungsstandort Weilheim-Schongau 72 Jugendarbeit 78 Soziale Einrichtungen 81 Mein Krankenhaus 2030 84 Wohnbau 86 Öffentlicher Personennahverkehr 88 Ehrenamtskarten 90 Städte, Märkte und Gemeinden 92 Quellenverzeichnis, Impressum 137 Branchenverzeichnis 138 Wieskirche Inhaltsverzeichnis 5

Unter goldenem Schildhaupt, darin ein schreitender, herschauender, rot bezungter schwarzer Löwe, in Blau ein goldener Abtstab, dem ein silberner Schlägel und ein silberner Hammer schräg gekreuzt unterlegt ist. Der Löwe ist aus dem Wappen der Hohenstaufen entnommen, die als Erben der Welfen seit dem ausgehenden 12. Jahrhundert am oberen Lechrain reich begütert waren und als schwäbische Herzöge, deutsche Könige und Kaiser eine bedeutende historische Rolle spielten. Der herschauende Löwe ist zugleich Wappenzeichen der welfischen Herzöge, wie es in Steingaden überliefert ist. Welfische Stammgüter lagen im Schongauer Gebiet. Der Abtstab unterstreicht die große kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung der im Kreisgebiet liegenden früheren Klöster Wessobrunn, Polling, Habach, Bernried, Rottenbuch und Steingaden. Die Bergmannswerkzeuge Hammer und Schlägel, das sogenannte Gezäh, sind die heraldischen Symbole für Bergbau und erinnern an den seit dem 19. Jahrhundert intensiver betriebenen staatlichen Pechkohlebergbau in Penzberg und Peißenberg, der in den 1960er-Jahren seine größte Blüte erlebte und bis zur Stilllegung der Gruben 1966/71 das Wirtschaftsleben des Landkreises prägte. Die Tingierung des Hauptfeldes in Silber und Blau weist auf die wittelsbachische Landesherrschaft seit 1268 und die Zugehörigkeit zu Bayern hin. Das seit 1974 geltende Landkreiswappen symbolisiert die Zusammensetzung des Verwaltungsbezirks aus den ehemaligen Landkreisen Schongau und Weilheim. Durch die Übernahme des Staufer Löwen aus dem früheren Schongauer Kreiswappen und der Figur mit Hammer, Schlägel und Abtstab aus dem früheren Weilheimer Wappen wird das Hoheitszeichen beiden Teilgebieten des 1972 formierten Landkreises Weilheim-Schongau mit Sitz des Landratsamtes in Weilheim gerecht. Wappendaten Wappenführung seit 1974 (Rechtsgrundlage: Beschluss des Kreistags und Zustimmung der Regierung von Oberbayern, Beleg: Schreiben der Regierung von Oberbayern vom 21.05.1974) Ehemalige Landkreise mit eigenem Wappen: Schongau, Weilheim Elemente aus Familienwappen von Hohenstaufen, Welfen, Wittelsbacher Beschreibung des Wappens 6

Ein Paradies auf Erden – Wohnen und Arbeiten im Landkreis Weilheim-Schongau Wir dürfen in einer wunderbaren Landschaft leben, die Alpen im Blick, Wiesen, Wälder, Moore, Seen und Flussläufe mit bäuerlichen Gemeinden und prosperierende Städte prägen die Landschaft unseres Landkreises WeilheimSchongau, der im schönen Pfaffenwinkel liegt. Die erfolgreiche Entwicklung des Landkreises vom ursprünglich ländlich geprägten Bergwerksstandort zu einem modernen Wirtschaftsstandort bietet attraktive Arbeits– und Lebensbedingungen. Moderne Ausbildungs- und Arbeitsplätze mit Zukunftsperspektiven in innovativen Branchen, eine gut ausgestattete Bildungslandschaft mit passgenauen Bildungsangeboten, gute Infrastruktur, eine herrliche Landschaft mit hohem Freizeitwert sind beste Erfolgsfaktoren für junge Familien und Unternehmen. Kunst, Kultur, Natur: Drei weitere Merkmale, die den Landkreis Weilheim-Schongau treffend beschreiben. Die „Wies“ bei Steingaden – wegen ihrer architektonischen Reinheit ein Weltkulturerbe! – und das Radom Raisting zeigen anschaulich den weiten Bogen von historischer Kunst bis hin zu innovativer Technik, wie er für Weilheim-Schongau typisch ist. Zusammen mit dem mystischen Auerberg, dem weithin bekannten Eibenwald bei Paterzell und dem „RIGI“ – dem Hohen Peißenberg – bietet sich den rund 135.000 Einwohnern ein unverwechselbar naturschöner und kulturell reich ausgestatteter Lebensraum. Eine rege Kultur- und Heimatpf lege zeigt sich im gesamten Landkreisgebiet. Besonders die Heimat- und Trachtenvereine, Musikkapellen und Volksmusikgruppen – um nur einige zu nennen – leisten einen wichtigen Beitrag dazu, unsere Traditionen aufrecht zu erhalten. Bei Vereinsjubiläen, Trachten- und Musikfesten wie auch bei kulturellen Großveranstaltungen wird die Brauchtumspf lege regelmäßig gelebt. Diese Vielfalt des Landkreises Weilheim-Schongau möchte ich Ihnen mit dem Landkreisbuch näherbringen. Mit dieser Neuauflage wollen wir unseren Bürgerinnen und Bürgern, sowie unseren Gästen eine Information bieten, die nicht abschließend sein soll, jedoch detaillierte Angaben enthält. Ich bedanke mich auch bei den Inserenten, die die Herausgabe ermöglicht haben. Mit unserem neuen Landkreisbuch „Der Landkreis WeilheimSchongau – Ein Paradies auf Erden“ wünsche ich Ihnen viel Freude. Herzliche Grüße Ihre Andrea Jochner-Weiß Landrätin Hochschloß Pähl Grußwort 7

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Prähistorie Die zahlreichen archäologischen Funde im Landkreis belegen eine rege vor- und frühgeschichtliche Besiedlung. Die Grabhügelfelder aus der Bronze- und Hallstattzeit verteilen sich innerhalb des Kreisgebietes vor allem entlang der Ammer bei Pähl und im Süden bis in das Gebiet von Murnau und Riegsee, welches bis 1972 zum Landkreis Weilheim gehörte. Dagegen ist der westliche Teil um Schongau und entlang des Lechs fast frei von Grabhügeln, hier überwiegen die Höhensiedlungen. Die Entdeckung unbefestigter Siedlungen beruht meist auf Zufallsfunden. Die geringe Zahl an bekannten Fundstellen dürfte dabei nicht dem tatsächlichen Bestand entsprechen, da in der Nähe der bronzezeitlichen Grabfelder auch mit dazugehörenden Wohnstätten zu rechnen ist. Bei einem 1928 erfolgten Kiesabbau östlich von Weilheim wurde eine Kulturschicht und mehrere grubenartige Vertiefungen festgestellt, die bronzezeitliche Keramiken enthielten, die Gesamtausdehnung der Siedlung ist allerdings nicht bekannt. Archäologisch belegt sind Höhensiedlungen bei Peiting durch zahlreiche Siedlungsfunde der Bronze-, Urnenfelder- sowie der Hallstattzeit und südöstlich von Schongau Funde des Neolithikums sowie der Bronze- und Urnenfelderzeit. In der Frühzeit der nachfolgenden Latènezeit (ca. 500 v. Chr.) wurde die Bestattungstradition der Hallstattzeit fortgesetzt und diese von keltischen Stämmen (ca. 220 v. Chr.) in den Gebieten der Likatier im westlichen Teil bzw. der Vindelicier im östlichen Teil des heutigen Landkreises für weitere Nachbestattungen genutzt. Römerzeit Mit dem sogenannten Alpenfeldzug im Sommer 15 v. Chr. gelang es den Römern die Nordgrenze ihres Reichs weit vorzuschieben. Der Angriff erfolgte gleichzeitig von zwei Armeen, die auf verschiedenen Routen vordrangen. Drusus besiegte rätische Stämme in den Tridentiner Bergen und erreichte durch das Etschtal über den Brenner den Inn, damit war der weitere Weg in das von keltischen Stämmen besiedelte Voralpengebiet und damit auch in das Gebiet des heutigen Landkreises frei. Sein Bruder Tiberius war von Westen her über die Nordschweiz bis zu den Donauquellen vorgedrungen und hatte sich hier mit der Armee von Drusus vereinigt, nach einer letzten schweren Schlacht war der Feldzug am 1. August des Jahres 15 vor Christus beendet. Unter Kaiser Claudius wurden die vindelikischen und raetischen Gebiete zur Provinz Raetien (raetia) zusammengefasst und Augsburg (augusta vindelicum) zur Hauptstadt der Provinz. Die militärische Sicherung übernahmen kleinere Garnisonen an wichtigen Punkten im Landesinneren, wie auf dem Auerberg südlich und dem Lorenzenberg bei Epfach nördlich von Schongau. Mit der Römerstraße (via claudia augusta), einem Ausbau des schon bestehenden Weges über den Reschenpass durch das Lechtal, wurde Augsburg 47 n. Chr. mit dem Mutterland verbunden. Die Straße verlief ab Füssen über Burggen, nördlich an Altenstadt vorbei durch Kinsau und Epfach bis Augsburg. Rund zweihundert Jahre später entstand zur Zeit von Kaiser Septimus mit der via raetia noch eine zweite, kürzere und damit schnellere Verbindung über die schon zur Römerzeit vorhandenen oder erst später entstandenen Orte Bozen, Innsbruck, Mittenwald, Römische Vase Nachbildung eines römischen Meilensteins Geschichte des Landkreises 10

scher Abstammung, leitete schließlich das Ende des Weströmischen Reiches sowie die Aufgabe ihrer Provinzen Rätien und Noricum ein, dessen Erben Alemannen bzw. Schwaben (Sueben) sowie die Bayern (Bajuwaren) und deren Stammesherzogtümer wurden. Nach der 488 erfolgten Rückführung des Großteils der römischen bzw. romanisierten Bevölkerung nach Italien gelangten die Schwaben auch in die westlich der Donau und Iller gelegenen Gebiete bis an den Lech bzw. südlich von Epfach auch über den Lech hinweg. Aus dem Stammesherzogtum der Alemannen ging das verkleinerte und von 911 bis 1273 bestehende Herzogtum Schwaben hervor, das nach seiner Auf lösung in einzelne Grafschaften, Reichsstädte und Reichstifte zerfiel. Das Siedlungsgebiet der Bayern (die offizielle Einführung der Schreibweise des Landesnamens mit einem Ypsilon erfolgte erst im 19. Jahrhundert) erstreckte sich auf weite Teile der früher römischen Provinz Raetien bzw. ab dem 6. Jahrhundert auch auf die Provinz Noricum. Das schwäbisch bzw. bayerisch besiedelte Gebiet des späteren Landkreises Weilheim-Schongau wies in der nachrömischen Zeit und den späteren Verwüstungen durch die Ungarneinfälle noch eine geringe Ortsdichte auf, größere Gemeinden oder Städte entstanden erst unter den Welfen, Staufern, Andechsern und den Wittelbachern. Im frühen Stammesherzogtum Bayern sind noch keine Gerichts- oder Verwaltungsgliederungen auf unterer Ebene nachweisbar. Neben dem Herrschergeschlecht der Agilolfinger wurden jedoch noch fünf Adelsfamilien hervorPartenkirchen (parthanum), Huglfing, Weilheim, Wielenbach, Raisting und Epfach (abodiacum) nach Augsburg, die gemeinhin als Brennerstraße bezeichnet wird. Unter dem Schutz römischer Truppen breiteten sich allmählich römisches Recht und Kultur aus. Zu den frühesten Orten römischen Lebens zählte neben Augsburg, Bregenz, Kempten auch Epfach. Unter Hadrian und seinem Nachfolger erlebte das Voralpengebiet seine größte Blütezeit während seiner Zugehörigkeit zum römischen Imperium. Die via claudia und die Straße von Kaiser Septimus mit ihren zahlreichen Abzweigungen und Querverbindungen trugen wesentlich zu der Besiedelung, dem Handel und der wirtschaftlichen Entwicklung entlang des römischen Verkehrsnetzes bei, wie am Beispiel der Funde und Spuren von römischen Gutshöfen (villae rusticae) bei Peiting und Oberhausen oder anhand von Siedlungshinweisen bei Pähl und am Auerberg erkennbar wird. Aus einheimischer keltischer Bevölkerung, römischen Beamten und Kauf leuten sowie Soldaten und ihrem Anhang entwickelte sich spätestens im Laufe des 2. Jahrhunderts eine römische Provinzbevölkerung. Aufgrund von Inschriften auf steinernen Zeugnissen lässt sich schließen, dass für sie die Kenntnis der Schrift und der Gebrauch der lateinischen Sprache zu dieser Zeit bereits Allgemeingut war. Besiedlung und Herrschaft durch Bayern und Schwaben Mit den Alemannenstürmen im 3. Jh. n. Chr. begann ein völlig neuer Abschnitt in der Geschichte des Voralpenlandes. Durch ihre Einfälle in die römische Provinz Rätien wurde das ganze Gebiet Schauplatz heftiger Kämpfe und großer Verwüstungen, die zur f luchtartigen Abwanderung der römischen Bevölkerung sowie auch zur Aufgabe ihrer Siedlungen und Landvillen in unserem Gebiet führte. Die Absetzung des Kaisers Romulus Augustulus im Jahre 476 durch Odoaker, einen römischen Heerführer germani- Stammesherzogtum 10. Jh. 11

1156 bis 1289 nach der Loslösung der östlichen und südlichen Gebiete des späteren Österreichs verkleinerte Herzogtum Bayern bis zu dessen Erhebung zum Königreich im Jahre 1806. Der Ausbau der Ämterorganisation gehörte zu den wichtigsten und am längsten wirksamen Erfolgen der Wittelsbacher. Unter ihrer Regentschaft wurden die Grundlagen für eine das ganze Land überspannende Ämter- und Gerichtsorganisation gelegt. Ausgangspunkt für die Entstehung eines modernen Staates und für die Einheitlichkeit des Territoriums war die Bildung des herzoglichen Rates, gefolgt von den Viztums- bzw. den nachfolgenden Rentmeisterämtern auf der mittleren Ebene und den lokalen Land- bzw. Pf leggerichten auf der unteren Ebene. Der herzogliche Beamte auf dem Lande war der Pf leger bzw. der Landrichter. Er verkörperte die Autorität des Landesherrn, war militärischer Befehlshaber, übte die Aufsicht über den Amtsbezirk aus, hatte für die öffentliche Sicherheit zu sorgen, verwaltete das herzogliche Kammergut und war Inhaber der Hochgerichtsbarkeit, die ihm durch die landesherrliche Bannleihe übertragen war. Nur in wenigen Fällen konnte er alle diese Funktionen selbst ausüben, meist hatte der Pf leger einen die Jurisdiktion ausübenden Richter zur Seite und einen Kastner, der sich um die Domänenverwaltung und die Aufsicht über den landesherrlichen Kasten (Getreidespeicher) sowie über die Mautner und Zöllner ausübte. Die Aufsicht über die lokalen Beamten übte der Rentmeister bei den sogenannten Umritten aus, wobei sein besonderes Augenmerk der Rechnungskontrolle und ordnungsmäßigen Führung des Kanzleiwesens galt. Das Gerichts- und Verwaltungswesen im heutigen Landkreis Weilheim-Schongau wurde über eine lange gehoben, darunter die Sippe der Huosi mit ihren Besitzungen im Sundergau, der sich von der Ilm über den Raum um den Ammer- sowie Starnberger See bis in das bayerische Inntal erstreckte. Die Stellung und Machtbefugnisse dieser Adeligen innerhalb des Herzogtums sind jedoch nicht bekannt. Mit Tassilo III. wurde 788 der letzte Herzog aus dem Hause der Agilolfinger abgesetzt, dem die Klostergründungen in Polling und Wessobrunn zugeschrieben werden und an den im Landkreis heute noch Namensbenennungen von Straßen oder Naturdenkmälern erinnern. Zeitalter der Welfen und seine Bedeutung Im Grunde genommen wäre Welf III. als erster Herzog von Bayern aus dem Hause der Welfen zu nennen, der die Herzogswürde von 1047 bis 1053 aber nur nominell übernahm, da er bereits Herzog von Kärnten und auch kinderlos war, um auf diese Weise die bayerische Herzogswürde für die Welfen zu sichern. Ihm folgte der Welfe Heinrich VIII., der 1053 mit dem Herzogtum Bayern belehnt wurde und bis 1055 sowie nochmals von 1077 bis 1096 regierte. In der Zeit dazwischen übernahm Welf IV. von 1070 bis 1077 sowie von 1096 bis zu seinem Tode 1101 die Regentschaft, gefolgt von Herzog Welf V. von 1101 bis 1120. Die mit mehreren Unterbrechungen über mehrere Generationen hinweg währende Herrschaft der Welfen als bayerischer Herzöge endete schließlich mit der Absetzung des letzten welfischen Herzogs Heinrich des Löwen im Jahre 1180. Die Welfen blieben bis in das 12. Jahrhundert das führende Geschlecht im südöstlichen Schwaben und spielten auch im Westen des heutigen Landkreises mit ihren Stammgütern im Schongauer Raum und darüber hinaus eine bedeutende Rolle. Am mittleren und oberen Lech umschloss der Besitz der Welfen das Hochstift Augsburg und griff mit den Burgen Landsberg und Peiting auf das rechte Lechufer hinüber, wo die Welfen Gerichtssitze einrichteten, Klöster (Rottenbuch und Steingaden) gründeten sowie die Errichtung von Sakralbauten in Steingaden (das Münster und die Johanniskapelle) und in Altenstadt (die spätromanische Kirche) bewerkstelligten. Der umfangreiche Besitz, welcher aber zu keiner Zeit ein geschlossenes Territorium bildete, gelangte schließlich unter Welf VI. im Kaufvertrag an die Staufer, die dadurch ihre ohnehin starke Stellung in Schwaben bis an den Lech vorschieben konnten. Zu den grundlegenden Leistungen gehören vor allem ihre planmäßigen und zum Teil schon unter den Welfen begonnenen Städtegründungen an handelspolitisch oder strategisch wichtigen Verbindungsstraßen, die um 1224 auch zur Stadterhebung von Schongau führten. Herzogliche Land- und Pfleggerichte in Altbayern Im Jahre 1180 belehnte Kaiser Friedrich I. Barbarossa den Pfalzgrafen Otto von Wittelsbach mit dem Herzogtum Bayern, verbunden mit der ausdrücklich anerkannten Erblichkeit des Herzogtums ; damit begann die Entwicklung des altbayerischen Herzog- bzw. ab 1621 Fürstentums und die Herrschaft einer bis 1918 bestehenden Dynastie. Unter Altbayern versteht man das Pflegschloss Weilheim Schloss vor 1876 12

vergleichbar. Zu den Kernaufgaben gehörte der Bau und der Unterhalt der Distriktsstraßen, der Krankenhäuser und Altenheime, die Betreuung überörtlicher Schulen, die Beschaffung von Feuerwehrgeräten sowie die Einrichtung von Sparkassen. Mit Wirkung vom 1. Juli 1862 erfolgte die Trennung von Justiz und Verwaltung, für die Verwaltungsaufgaben waren fortan die neu geschaffenen Bezirksämter zuständig. Die neuen Behörden wurden von Bezirksamtmännern (ab 1920 Bezirksoberamtmänner) geleitet, die als eingesetzte Staatsbeamte ihre Aufgaben in alleiniger Verantwortung wahrnahmen. Das politische Vertretungsorgan war der gewählte Distriksrat bzw. ab 1919 der Bezirkstag, dessen wichtigstes Gremium der Distrikts- bzw. Bezirksausschuss war. Die Bezirksämter wurden, wie die kreisunmittelbaren Städte, den Kreisregierungen unterstellt. Den rechtlichen Status von Körperschaften des öffentlichen Rechts erhielten die Bezirksämter jedoch erst mit dem Selbstverwaltungsgesetz vom 22. Mai 1919. Gleichzeitig wurde das Wahlrecht zu den Bezirkstagen (Vorläufer der Kreistage) geändert. Die Bezirkstage und die Bezirksausschüsse wählten nun ihre Vorsitzenden, die nicht mehr automatisch Amtsvorstände der Behörden wurden. Unter der nationalsozialistischen Diktatur wurde in den Bezirksämtern das sogenannte Führerprinzip eingeführt und dem Bezirksausschuss seine bisherigen Rechte genommen. Seine Aufgaben wurden an einen verkleinerten Bezirkstag übertragen, der nur noch eine beratende Funktion hatte. Mit Wirkung vom 1. Januar 1939 wurde in Bayern die reichseinheitliche Umbenennung in Landkreis und Landrat vorgenommen. Nach der in Bayern 1946 erfolgten Wiederherstellung der kommunalen Selbstverwaltung wurden die Kreistage wieder als demokratisch gewählte Vertretungsorgane unter Beibehaltung der Bezeichnungen Landkreis und Landrat eingeführt. Der Landrat war aber nicht mehr ein eingesetzter Staatsbeamter, sondern Wahlbeamter, der zunächst als Kreistagsangehöriger von den Kreistagsmitgliedern gewählt wurde (1946 für zwei Jahre und 1948 für vier Jahre) und ab 1952 in direkter Wahl durch die Landkreisbevölkerung für sechs Jahre. Mit der Kreisgebietsreform vom 1. Juli 1972 entstand der neue Landkreis Weilheim-Schongau. Der vorläufige Name des neuen Landkreises lautete zunächst Weilheim und wurde durch Beschluss des Kreistages vom 1. Mai 1973 auf den Namen Weilheim-Schongau festgelegt. Bernhard Wöll (Kreisarchivpf leger) Zeit hinweg von den Adelsgeschlechtern der Welfen, der Staufer und der Andechs-Meranier geprägt. Erst nach dem Tode des Staufers Konradin im Jahre 1268 gelangte das Gericht Schongau als Teil des „konradinischen Erbes“ an die Wittelsbacher und damit an das Herzogtum Bayern. Unter Herzog Christoph wurden 1490 die Gerichte Peiting und Rauhenlechsberg in den nunmehr alleinigen Landgerichtssitz Schongau eingegliedert. Das im Schloss Pähl befindliche Gericht für den Sprengel Weilheim gelangte sechzehn Jahre nach dem 1208 erfolgten Sturz der Grafen von AndechsMeranien an die Wittelsbacher, der Gerichtssitz wurde aber erst 1506 von Pähl in die Stadt Weilheim verlegt. Vom Landgericht älterer Ordnung zum Landkreis Der Regierungsantritt von Kurfürst Max IV. Joseph im Februar 1799 läutete in Bayern eine neue Epoche ein. Unter dem Kurfürsten (ab 1806 König) Max I. Joseph und dessen Minister Graf Montgelas setzte ein grundlegender Wandel und die Neuorganisation der inneren Verwaltung ein, die von den Nachfolgern König Ludwig I. und Maximilian II. vollendet wurde. Aufgrund der Verordnung vom 20. August 1803 wurden in ganz Bayern einheitliche Landgerichte geschaffen, die zugleich Gerichte der ersten Instanz und untere Verwaltungsbehörde waren. Zu den Aufgaben gehörten unter anderem die Erteilung der Staatsbürgerschaft, das Niederlassungs-, Einwanderungs- und Auswanderungsrecht, das Passwesen, das Baugenehmigungsrecht, die Erteilung von Gewerbekonzessionen und die Armenpf lege. Behördenvorstand war der Landrichter, der die umfassenden Aufgaben unter Aufsicht der Generalkreiskommissäre wahrzunehmen hatte. Als mit der späteren Trennung von Justiz und Verwaltung 1862 neben den Verwaltungsbehörden auch eigenständige Gerichte für die Zivilgerichtsbarkeit erster Instanz entstanden, wurde zur besseren Unterscheidung bei der Nennung früherer Landgerichte der Zusatz „älterer Ordnung (ä. O.)“ angefügt. Aufgrund des Gesetzes über die Distriktsgemeinden und Distriktsräte vom 28. Mai 1852 wurde für jeden Landgerichtsbereich die Distriktgemeinde als übergemeindliche Selbstverwaltungskörperschaft eingeführt, deren politisches Vertretungsorgan ein gewählter Distriktsrat war. Wichtigstes Verwaltungsgremium war der vom Distriktsrat gebildete Distriktsausschuss. Den Vorsitz in beiden Gremien führte der Amtsvorstand des Landgerichts. Die Aufgaben der Distriktsgemeinden waren schon mit denen der heutigen Landkreise Bezirksamt Weilheim Bezirksamt Schongau 13

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1852 wurde in Bayern das „Gesetz der Distrikträte betreffend“ geschaffen. Es schuf die Distriktgemeinden, die Vorläufer der heutigen Landkreise. So entstanden auch damals die Landkreise Schongau und Weilheim. Im Zuge der Landkreisreform wurden beide Gebietskörperschaften mit Wirkung vom 01.07.1972 unter Abgabe von 17 Gemeinden zum Landkreis Weilheim-Schongau vereinigt. In den neuen Landkreis wurde zum gleichen Zeitpunkt die Gemeinde Ingenried vom Landkreis Marktoberdorf eingegliedert. Zum Zeitpunkt der Zusammenlegung zählte der Landkreis Schongau in 24 Gemeinden 42.489 Einwohner, der Landkreis Weilheim i. OB in 42 Gemeinden 74.803 Einwohner. Nach der Neugliederung hatte der Landkreis Weilheim-Schongau in 50 Gemeinden 99.054 Einwohner. Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurden mit Wirkung vom 01.01.1978 die Gemeinden Ammerhöfe, Deutenhausen, Fischen am Ammersee, Forst, Haid, Haunshofen, Magnetsried, Schönberg und Tannenberg aufgelöst und den entsprechenden Nachbargemeinden Entstehung und Bedeutung 16

eingegliedert. Dem Landkreis Weilheim-Schongau gehören derzeit 34 Gemeinden mit 135.478 Einwohnern (Stand 31.12.2019) an. Von Anfang an war Weilheim als Sitz der gemeinsamen Kreisverwaltung vorgesehen, „weil die Stadt verkehrsgünstig und zentral gelegen ist“. (Entwurfstext der Staatsregierung von 1971). Riegsee Spatzen hausen Bernried Seeshaupt Polling Peißenberg Penzberg Antdorf Pähl Raisting Wessobrunn Weilheim Wielenbach Oberhausen Habach Sindelsdorf Großweil Schlehdorf Murnau Seehausen Prem Wildsteig Bernbeuren Steingaden Böbing Burggen Rottenbuch Bayersoien Peiting Schongau Hohen- furch Hohen- peißen- berg Kinsau Reichling Schwab- soien Schwabbruck Altenstadt Apfeldorf Ingenried Epfach Landkreis Weilheim-Schongau vor und nach der Gebietsreform Quelle: Stefan Himml Heute erweist sich der geschaffene Doppellandkreis als abgerundeter Raum, dessen geschichtliche Gemeinsamkeiten doch größer sind als die historischen Unterschiede beider Landkreisteile. Nach anfänglichen „Schwierigkeiten“ kam es zum weitgehend reibungslosen Zusammenwachsen der beiden Gebietseinheiten. 17

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Landschaft Der im schönen Alpenvorland gelegene Landkreis WeilheimSchongau umfasst ein äußerst vielgestaltiges landschaftliches Gebiet mit einer Fülle reizvolleren Kostbarkeiten. Dieser Bereich des den Kalkalpen vorgelagerten tertiären Hügellandes zwischen Alpen und Donau ist jedoch bei uns in seiner Gesamtheit von eiszeitlichem Geschiebe überdeckt, den Moränen. Das Alpenvorland hat hügeligen bis gebirgigen Charakter. Die steilen Hänge der Fluss- und Trockentäler sind noch weitgehend bewaldet. Die durchschnittliche Höhenlage des Landkreises beträgt zwischen 700 und 800 Metern. Höchste Erhebung ist die Niederbleick bei Wildsteig mit 1589 Metern, wo noch die Ausläufer des Hohen Trauchberges hereinragen. Hügelartige Ausläufer der Alpen sind der Hohe Peißenberg mit 988 Metern sowie der Auerberg (westlich Bernbeuren) mit 1055 Metern. In das uneinheitliche Hügelrelief des Alpenvorlandes haben sich die beiden großen Flüsse Lech und Ammer schluchtenähnliche Talfurchen ausgeschliffen, wobei die Talsohle des Lechs, der nördlich den Landkreis verlässt, bei 626 m über Normalnull liegt. Noch tiefer liegt die Ammermündung in den Ammersee, nämlich bei 533 Metern. Der Spiegel des Starnberger Sees misst 584 Meter NN, die Platte der Osterseen 590. Der Höhenunterschied zwischen tiefstem und höchstem Punkt im Landkreis Weilheim-Schongau beträgt demnach etwas mehr als 1000 Meter! Lech Litzauer Schleife Hoher Peißenberg Landschaft und Klima 20

mit 7,1 Grad Celsius etwas höher, die aktuellen Temperaturen liegen inzwischen um mehr als 2 Grad Celsius über denen der vorindustriellen Zeit. Die niedrigsten und höchsten Monatsmittelwerte im Zeitraum 1781–2018 waren der Februar 1956 mit –12,4 Grad Celsius und der August 2003 mit 20,7 Grad Celsius. Die absolute MaximumTemperatur in dem 237-jährigen Zeitraum wurde am 29. Juli 1947 mit 33,8 Grad gemessen; das absolute Temperatur-Minimum am 11. Februar 1929 mit –29,1 Grad Celsius. Sonnenschein kann man im Jahresdurchschnitt an 1820 Stunden genießen (1937–2018), ein Wert in der Spitzengruppe der deutschen Wetterstationen. Die mittlere Jahresniederschlagshöhe ist mit 1210 mm relativ hoch. Allerdings ist die exponierte Lage des Observatoriums auf dem Hohen Peißenberg nur bedingt repräsentativ für den gesamten Landkreis. Hierfür spricht auch die sicherlich lagebedingte hohe durchschnittliche Anzahl von 40 Gewittertagen pro Jahr. Klima Das Meteorologische Observatorium des Deutschen Wetterdienstes betreibt umfassende Beobachtung und Erforschung der Zusammensetzung der Atmosphäre und der Änderung des Klimas, Informationen zur Entwicklung der Ozonschicht, reaktiver Gase, Treibhausgase, Aerosol und meteorologischer Parameter und zur Weiterentwicklung der Wetterradare des DWD können Sie jederzeit auf unserer Homepage (www.dwd.de), in unserem Infopavillon oder beim Wetter- und Klimapfad des DWD auf dem Hohen Peißenberg erhalten. Für den Hohen Peißenberg hat der DWD für den Beobachtungszeitraum 1781–2018 eine Jahresdurchschnittstemperatur von 6,3 Grad Celsius errechnet. Der Mittelwert für den Zeitraum 1968–2018 liegt Radom Raisting 21

Klimaschutz und Energiewende im Landkreis Weilheim-Schongau Der Klimawandel mit seinen weitreichenden ökologischen, ökonomischen und sozialen Folgen ist eine der größten Herausforderungen, der wir uns in Verantwortung gegenüber nachkommenden Generationen stellen müssen. Um herauszufinden, was der Klimawandel konkret für uns bedeutet und wie wir ihm begegnen können, hat der Landkreis Weilheim-Schongau ein Klimaschutzkonzept in Auftrag gegeben. Das Konzept liegt nun seit 2010 vor und umfasst u. a. eine Energie- und CO2-Bilanz des Landkreises, eine Potenzialanalyse, Szenarien und Ziele zur Umsetzung der Energiewende. Gesamtziel des Konzeptes ist die Reduzierung von Energieverbrauch und CO2-Emissionen. Das Ziel bis 2035: 100 Prozent erneuerbare Energien im Landkreis Damit die Energiewende gelingen kann, müssen alle an einem Strang ziehen: der Landkreis, die Gemeinden, die Unternehmen und vor allem auch die Bürgerinnen und Bürger vor Ort. Klimaschutz macht auch nicht an den Landkreisgrenzen halt. Deshalb ist der Landkreis Weilheim-Schongau seit 2012 Vollmitglied der Bürgerstiftung Energiewende Oberland (EWO), eines wesentlichen Treibers der Energiewende im Oberland: Gemeinsam verfolAntdorf 22

gen die Landkreise Weilheim-Schongau, Garmisch-Partenkirchen, Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach hier das Ziel, sich bis zum Jahr 2035 vollständig aus erneuerbaren Energien zu versorgen. Ausgehend von dem Klimaschutzkonzept, der fachlichen Beratung der Bürgerstiftung Energiewende Oberland und der Landkreisgremien „Fachbeirat Energie“ und „Umweltausschuss“ f ließen aktuell wichtige Maßnahmen zur Energiewende in einen sogenannten „Aktionsplan zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes“ ein, der seit 2018 von der Klimaschutzbeauftragten realisiert wird. Maßnahmen für die Energiewende Der Bereich Klimaschutz legt neben dem Einsatz erneuerbarer Energien für Strom- und Wärmeerzeugung sowie nachhaltige Mobilität besonderes Gewicht auf die effiziente Energienutzung und -einsparung durch intelligente Verwendung der Energie. In den letzten beiden Jahren wurde eine aktuelle Klimabilanz (Grundlage 2014 u. 2016) erstellt, um den aktuellen Stand und die Veränderungen seit 2010 analysieren zu können. Neben der energetischen Sanierung und Optimierung eigener Gebäude bietet der Landkreis auch Informationen und Unterstützung für Bürgerinnen und Bürger zum Thema Energiewende an. So stehen z. B. monatliche Energieberatungen der Verbraucherzentrale kostenfrei zur Verfügung. Der Landkreis fördert außerdem diverse Bildungsformate im Themenbereich Energie und Klimaschutz für Schulen wie z. B. Klima-Aktionstage für Grund- und Mittelschulen oder Aktionen und Vorträge für Gymnasien etc. an. 2019 wurde ein landkreisweites Solarkataster erstellt: Aus dieser interaktiven Karte kann jeder Hauseigentümer mit wenigen Klicks ersehen, ob sich sein Gebäudedach für die Gewinnung von Tauting Sonnenenergie für Photovoltaik, Solarthermie eignet. Das Kataster ist unter https://solarkataster.weilheim-schongau.de (ohne www.) zu erreichen. Viele weitere Projekte, z. B. zur Müllvermeidung oder auch zur Etablierung von innovativen Alternativen zum Individualverkehr, konnten über das Klimaschutzmanagement bereits angestoßen werden. Ansprechpartner: Landratsamt Weilheim-Schongau Stainhartstraße 9 82362 Weilheim i. OB Telefon: 0881 681-1522 Telefax: 0881 681-2116 E-Mail: kreisentwicklung@lra-wm.bayern.de 23

Der Landkreis Weilheim-Schongau liegt im südwestlichen Grenzbereich des Regierungsbezirkes Oberbayern. Also ist die westliche Landkreisgrenze zugleich Regierungsbezirksgrenze gegen Schwaben. Schwäbischer Nachbar ist Ostallgäu. Oberbayerische Nachbarlandkreise sind im Norden Landsberg am Lech, im Nordosten Starnberg, im Osten Bad Tölz-Wolfratshausen, im Süden Garmisch-Partenkirchen. Im Nordosten reicht das Kreisgebiet bis an die Südufer des Ammersees und des Starnberger Sees. Die gesamte Wasserf läche des Starnberger Sees gehört allerdings zum Landkreis Starnberg, die des Ammersees zum Landkreis Landsberg am Lech. Der Landkreis ist Teil der Region 17 Oberland. Der Fläche nach: mittelgroß Mit 966,30 km2 Fläche zählt Weilheim-Schongau zu den mittelgroßen Landkreisen Bayerns. Immerhin steht er unter den 20 oberbayerischen Landkreisen an sechster Stelle, während er unter den 71 bayerischen Landkreisen mit der 35. Stelle fast genau den Mittelplatz einnimmt. In unserem Landkreis gibt es keine gemeindefreien Gebiete mehr. Die bisherigen Flächen wurden im Zuge einer Landkreis-Gebietsänderung ausgegliedert bzw. in die angrenzenden Gemeinden eingegliedert. Infolge Straßenbegradigungen und Flurbereinigungen verändern sich ständig geringfügig die Gemeinde- und Landkreisgrenzen. Bevölkerungszuwachs: überdurchschnittlich Mit 135.713 Einwohnern (Stand: 30.06.2020) rangiert unser Landkreis Weilheim-Schongau unter den bevölkerungsreichsten Landkreisen im Freistaat. Mit rund 31,8 Prozent Einwohnerzuwachs gegenüber 1978 zählt unser Landkreis zu den wachstumsfreudigsten Regionen Bayerns. Die Besiedelungsdichte beträgt 139 Einwohner auf jeden Quadratkilometer Kreisf läche (Bayern: 184). Bevölkerungsentwicklung im Landkreis Einwohner Stand: 30.06.2020 Kirchweih Penzberg Geografie und Bevölkerung 24

Peißenberg 25

Wieskirche (Wallfahrtskirche) UNESCO Welterbestätte Staustufe IV Litzauer Schleife Auerberg Hoher Peißenberg Hoher Trauchberg Hochwildfeuerberg F o r s t B a y e r d i e ß e n F o r s t S c h o n g a u e r R o t w a l d D e n k l i n g e r Schönach Haslacher See Zellsee Deutensee Oberer Lechsee Premer Lechsee Schmutterweiher Halblech Ammer Ammer Trauchgauer Ach Ach For ggens ee Lech Lech Lech Lech Lech Illasbergsee Tremmelschwang Vilgertshofen Helmishofen Apfeldorfhausen Pessenhausen Schellschwang Zellsee Erbenschwang Huttenried Geblatsried Königsried Geislatsried Krottenhill Weiler Oberlöchers Frankenau Buchen Mösten Echerschwang Salchenried Nachsee Hafegg Feriensiedlung Lauterbach Kalkofen UnterOberelmenau Prachtsried Seehof Staltannen Unterhäusern Morgenbach Gschwendt Echelsbach Linden Schwaig Reitersau Hinterholz Unterried Kreuzberg Scherenau Kniebis Greith Rauhenbichl Welden Gerbishofen Engratshofen Eldratshofen Menhofen Aichen Stocken Holbratshofen Ödwang Sameister Eschenberg Ried Haid L Gagers Steinwies UnterOberreithen Remnatsried Thalacker Sulz Wörth Wimpes Wies Oberzell Steingädele Urspring Schwabniederhofen Rettenbach a. Auerberg Wen Kinsau Birkland Wessobrunn Böbing Rottenbuch Schönberg Wildsteig Bad Bayersoien Saulgrub Trauchgau Pischlach Schwabbruck Schwabsoien Ingenried Tannenberg Burggen Roßhaupten Bernbeuren Bidingen Sachsenried Rott Apfeldorf UnterOberEpfach Ludenhausen Reichling Dettenschwang Issing Gde. Vilger tshofen Buching Bayerniederhofen Hohenpeißenberg Wurmansau Altenau Osterzell Stöttwang Frankenhofen Dienhausen Ob Prem Rieden Unterostendorf Gutenberg Oberostendorf Westendorf Lengenfeld Gde. Fuchstal Leeder Asch Mundraching Gde.Kaltental Blonhofen Aufkirch Forst Paterzell Bad Kohlgrub Halblech am Peißenberg Hohenfurch Lechbruck Steingaden Unterammerga Altenstadt Denklingen PEITING SCHONGAU 26

Heimgarten Herzogstand Jochberg M u r n a u e r M o o s E s c h e n l o h e r M o o s Staffelsee Riegsee Loisach Loisach Loisach Loisach Großer Ostersee Ammer Ammer e Ach Ach Kochelsee Walchensee Isar Isar S T A R N B E R G E R S E E A M M E R S E E Obertraubing Attenhausen Am Hardt Kampberg Diemendorf Haunshofen Bauerbach Happerg Berg Lengenwies UnterOberherrnhausen Hofstätt Mooseurach Bierbichl Boschhof Schechen Sankt Heinrich Oppenried Jenhausen Magnetsried Habaching Rieden Frauenrain Riedern Edenhof St. Johannisrain Schönmühl Rain Untersteinbach Dürnhausen Leibersberg Pölten Zell Froschhausen Egling Kreut Schwaiganger Unterau Nantesbuch Waltersberg Promberg Sölb Aidenried Vorderfischen Mitterfischen Garatshausen Wörth (Roseninsel) Possenhofen Lichtenau Baierlach h Berg Etting Maxlried Rieden Hechendorf Westried Aufkirchen Aufhausen Leoni ngen Machtlfing Assenhausen Sibichhausen Allmannshausen Wimpasing Ammerland Degerndorf Holzhausen a. Starnberger See Ambach Wilzhofen Unterhausen Marnbach Deutenhausen Oderding Oberhausen Untereberfing Obereberfing Tauting Untersöchering Obersöchering Hofheim Spatzenhausen OberUntereglfing Schöffau Riedhausen Traubing Unterzeismering Oberzeismering Raisting Wielenbach Bernried Polling Höhenrain Langau Bachhausen Walchstadt Nantwein Waldram Gelting Achmühle Eurasburg Beuerberg Heinz Kirnberg Maxkron Reindl Untereurach Habach Antdorf Johannisberg Mürnsee Obersteinbach Sindelsdorf Aidling Riegsee Kleinweil Ried Ort Großweil Grafenaschau Schlehdorf Buchenried Dorfen Hohenbirken Huglfing b Seehausen a. Staffelsee Uffing a. Staffelsee Dießen m Ammersee Feldafing Tutzing Icking Bichl Benediktbeuern Kochel Ohlstadt Seeshaupt Münsing Pähl Iffeldorf u MURNAU a. Staffelsee WOLFRATSHAUSEN WEILHEIM i. Oberbayern PENZBERG 95 95 95 95 11 r S T A R N B E R Langa © 2020 Lechstraße 2 86415 Mering W O S 0 4 km Maßstab ca. 1: 130.000 2 Diese Kartographie ist urheberrechtlich geschützt, sie darf nicht - auch nicht auszugsweise - reproduziert oder nachgedruckt werden. Irrtümer vorbehalten. 27

Der Landkreis… … ist eine Gebietskörperschaft mit dem Recht, überörtliche Angelegenheiten, deren Bedeutung nicht über das Kreisgebiet hinausgeht, im Rahmen der Gesetze zu ordnen und zu verwalten. So steht es im Artikel 1 der Landkreisordnung für den Freistaat Bayern. Der Wortbestandteil „Körperschaft” bringt zum Ausdruck, dass es sich um eine juristische Person des öffentlichen Rechts handelt. Als solche ist der Landkreis Träger von Rechten und Pf lichten, kann – durch seine Organe – Verträge schließen, Prozesse führen, Vermögen bilden, Schulden aufnehmen und für Schäden haftbar gemacht werden. Er ist Träger öffentlicher Gewalt und kann auf seinem Gebiet Recht setzen und vollziehen. Vor allem hat er – neben anderen Gebietskörperschaften – dafür zu sorgen, dass die äußeren Voraussetzungen sowie die öffentlichen Einrichtungen für ein menschenwürdiges Leben seiner Bürger geschaffen und erhalten werden. Die „überörtlichen Angelegenheiten“ sind Aufgaben, deren Lösung für eine einzelne Gemeinde unwirtschaftlich oder finanziell nicht tragbar wäre (z. B. Bau von weiterführenden Schulen). Man unterscheidet hierbei zwei Bereiche: Im „eigenen Wirkungskreis“ kann der Landkreis – im Rahmen der geltenden Gesetze – nach freiem Ermessen handeln und entscheiden (z. B. ob, wann, wie eine Kreisstraße gebaut wird). Im „übertragenen Wirkungskreis“ hat der Staat dem Landkreis Aufgaben übertragen, sich aber ein Weisungsrecht vorbehalten. Hierzu gehören z. B. die sozialen Leistungen nach dem Wohngeldgesetz (das sind Miet- und Lastenzuschüsse) und dem Unterhaltssicherungsgesetz (finanzielle Hilfen für Wehrpf lichtige). Im „eigenen Wirkungskreis“ unterscheiden wir nach Pf lichtaufgaben (z. B. Straßenbau, Abfallbeseitigung, Sozialhilfe und Jugendhilfe) und nach Aufgaben, die der Landkreis freiwillig übernehmen kann, den „freiwilligen Aufgaben“. Während bei den freiwilligen Aufgaben der Landkreis sowohl über „Ob“ und „Wie“ entscheiden kann, bleibt bei den Pf lichtaufgaben nur die Entscheidung über das „Wie“. Dem Landkreis steht das Selbstverwaltungsrecht zu. Das bedeutet: Die Bürger des Landkreises können eigenverantwortlich über die Angelegenheiten ihrer engeren Heimat entscheiden. Dazu berufen sie gewählte Vertreter, die Kreisorgane. Die Entscheidungen der Kreisorgane werden von der Landkreisverwaltung ausgeführt. Die Landkreisverwaltung hat ihren Sitz im Landratsamt. Der Kreistag und seine Mitglieder Die Kreisorgane Der Kreistag ist die politische Vertretung der Kreisbürger und wird von diesen für die Dauer einer Wahlperiode von sechs Jahren gewählt. Er besteht im Landkreis Weilheim-Schongau aus 60 Kreisräten und der Landrätin als Vorsitzende. Der Kreistag berät und beschließt in allen wichtigen und grundsätzlichen Angelegenheiten des Landkreises. Sieben Ausschüsse und Beiräte erleichtern dem Kreistag die umfangreiche Arbeit. Die Kreisräte ab 01.05.2020 Politische Mandatsträger Landtagsabgeordnete: Susann Enders Greitherstraße 15 82362 Weilheim i. OB Bezirksräte: Michael Asam (SPD), Kreisrat Alexandra Bertl (CSU); Kreisrätin Für dieWahlperiode 2020 – 2026 gibt es folgende Ausschüsse: Kreisausschuss Schulausschuss Finanzausschuss Umweltausschuss Sozialausschuss Jugendhilfeausschuss Rechnungsprüfungsausschuss und folgende Beiräte: Fachbeirat Energie Mobilitätsbeirat Sozialbeirat Wirtschaftsbeirat Unser Kreistag 28

DIE KREISRÄTE 2020 – 2026 Erhard Peter Bertl Max Klein Martin Porsche-Rohrer Marianne Zirngibl Stefan Flock Angelika Korpan Stefan Vogelsgesang Guntram Dr. med. Dietrich Heike Deibler Michael Dipl. FinW (FH) Gast Klaus Pape Martin Walser Gerda Dipl. Ing. Elste Thomas Dorsch Thomas Hadersbeck Albert Dipl. Designer (FH) Ostenrieder Peter Zellner Frank Prof. Dr. rer. nat. Emeis Stefan 29 Bertl Alexandra Fischer Barbara Dipl. Betriebsw. (FH) Kögl Andreas Scholz Wolfgang

Dr. Dipl. Biol. Engel Kerstin Dipl. Ing. (FH) Grehl Karl-Heinz Gronau Brigitte Honisch Alfred Dipl. Kfm. Neulinger Manuel Schütz Hans von Platen Katharina Bader Markus Majaru Alexander Mummert Hans Loth Markus DIE KREISRÄTE 2020 – 2026 30 Gebauer-Merx Saika Asam Michael Sluyterman van Langeweyde Falk Dr. Zeller Friedrich Dipl. Verw. (FH) Zehetner Elke MdL Enders Susann Goldbrunner Robert Marksteiner Michael Asam Romana

DIE KREISRÄTE 2020 – 2026 Edenhofer Agnes Reßle Franz Kunzendorf Markus Dr. Winter Maiken Liedl Hubert Taffertshofer Wolfgang Wahlefeld Tillman Mach Rudi Vanni Manuela Unabhängige Wähler Taffertshofer Josef Schmid Andreas Seidel Franz 31 Dipl. Betriebsw. (FH) Jabs Armin Maier Peter Imgart Rüdiger Neumayr Katrin Schmidt Reno

CSU: 20 GRÜNE: 10 FREIE WÄHLER: 4 AfD: 3 SPD: 7 FDP: 1 BfL: 6 BP: 1 BfP: 1 DIE LINKE: 1 ÖDP: 4 UNABHÄNGIGE: 2 60 Sitze Ergebnis der Wahl des Kreistages vom 15. März 2020: Sitzverteilung Kreistagswahl Weilheim-Schongau, Weilheim-Schongau – Amtliches Endergebnis, 02.04.2020 10:37 Uhr Partei Stimmen Prozent Differenz zu 2014 Sitze Differenz zu 2014 CSU 1.221.157 34,0 -4,7 20 -3 GRÜNE 625.471 17,4 +6,5 10 +3 FREIE WÄHLER 228.502 6,4 +0,6 4 +1 AFD 179.552 5,0 +5,0 3 +3 SPD 395.826 11,0 -8,2 7 -5 FDP 73.146 2,0 +0,2 1 - BfL 358.402 10,0 -3,7 6 -2 BP 57.513 1,6 -1,3 1 -1 BfP 81.232 2,3 +2,3 1 +1 DIE LINKE 38.108 1,1 +1,1 1 +1 ÖDP 232.524 6,5 +6,5 4 +4 UNABHÄNGIGE 95.675 2,7 +2,7 2 +2 Wahlberechtigte: 107.499 Wähler: 70.369 Wahlbeteiligung: 65,5% Gültige Stimmzettel: 67.460 Ungültige Stimmzettel: 2.909 Gültige Stimmen: 3.587.108 Stimmenverteilung Kreistagswahl Weilheim-Schongau, Weilheim-Schongau – Amtliches Endergebnis, 02.04.2020 10:37 Uhr CSU % 30 25 20 15 10 5 0 GRÜNE FREIE WÄHLER AFD SPD FDP BfL BP BfP DIE LINKE ÖDP UNABHÄNGIGE 32

Das Landratsamt Das Landratsamt ist eine Behörde mit Doppelcharakter. Einerseits ist es zuständig für Aufgaben des Landkreises als kommunale Gebietskörperschaft (eigene und übertragene Aufgaben) und damit Kreisbehörde. Zum anderen ist es untere Staatsbehörde, der als Kreisverwaltungsbehörde der Vollzug von Staatsaufgaben übertragen ist. Die eigenen Aufgaben sind dem Landratsamt durch die Bayer. Landkreisordnung oder durch Einzelgesetze zugewiesen. Während der Aufgabenkreis der Gemeinden alle Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft umfasst, sind die Landkreise in den Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit für Verwaltungs- und Versorgungsleistungen zuständig, die von den Gemeinden nicht, nicht ausreichend oder nicht wirtschaftlich erfüllt werden können. Welche Aufgaben und wie diese durch den Landkreis zu erfüllen sind, hängt von den örtlichen Verhältnissen und dem Bedarf der Bevölkerung ab. Grundsätzliche und wichtige Entscheidungen trifft der Kreistag, soweit diese nicht dem Kreisausschuss oder einem anderen beschließenden Ausschuss übertragen sind bzw. der Landrat/die Landrätin zur selbstständigen Entscheidung befugt ist. Wesentliche Aufgaben des Landkreises im eigenen Wirkungskreis sind: • die Kommunale Abfallwirtschaft • die Sachaufwandsträgerschaft für weiterführende und berufsbildende Schulen sowie von Sonderpädagogischen Förderzentren • der Bau und Unterhalt von Kreisstraßen • der Öffentliche Personennahverkehr • die Einrichtung und der Unterhalt von Krankenhäusern • der Vollzug der Sozial- und Jugendhilfe sowie des Wohngeldgesetzes Das Landratsamt ist auch untere staatliche Verwaltungsbehörde, deren Sprengel sich mit dem Gebiet des Landkreises deckt. Die Zuständigkeiten für den Vollzug von Staatsaufgaben regeln Gesetze und Rechtsverordnungen. Das staatliche Landratsamt begegnet dem Bürger in der Regel dann, wenn er sich an das Landratsamt wendet oder von Amts wegen einen Bescheid erhält. Wichtige Aufgaben des staatlichen Landratsamtes sind: • die Öffentliche Sicherheit und Ordnung (Brand- und Katastrophenschutz, Gewerbe- und Gaststättenrecht, Jagd- und Fischereirecht, Waffenrecht, Unterhaltssicherung) • das Straßenverkehrswesen mit Kfz-Zulassungs- und Führerscheinstelle • die Bau-, Natur- und Umweltverwaltung • das Ausländer- und Asylwesen • das Wohnungswesen mit Sozialem Wohnungsbau • die Kommunalaufsicht • das Gesundheitswesen • das Veterinärwesen • der Verbraucherschutz Das Landratsamt hat seinen offiziellen Sitz in der Kreisstadt Weilheim. Im Sinne der Bürgernähe und -freundlichkeit sind die publikumsintensiven Aufgabenbereiche wie die Kfz-Zulassungsstelle, die Führerscheinstelle, das Bauamt, das Amt für Jugend und Familie, das Ausländeramt und das Gesundheitsamt an den Dienststellen Weilheim und Schongau eingerichtet. Auch der Landrat/die Landrätin pendelt zwischen den beiden Dienststellen und steht jeweils vor Ort unseren Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung. Landratsamt Weilheim Das Landratsamt im Portrait 33

Zentral an der Dienststelle Schongau für den Gesamtlandkreis untergebracht sind: • die Grundsicherung • der Vollzug des Unterhaltsvorschussgesetzes • die Wohngeldstelle • die Ausbildungsförderung • die Betreuungsstelle und Heimaufsicht • das Versicherungsamt • der Denkmalschutz • das Wasserrecht Seit 1996 sind auch das Gesundheitsamt und das Veterinäramt/ Amt für Verbraucherschutz organisatorisch im Landratsamt eingegliedert. Derzeit ist das Landratsamt in Weilheim in sechs und in Schongau in fünf Amtsgebäuden untergebracht. Zur Aufgabenerfüllung des Landratsamtes weist der Stellenplan 2019 insgesamt 489,5 Stellen für Kreis- und Staatsbedienstete aus. Für den Vollzug von Staatsaufgaben stellt der Freistaat Bayern Personal bzw. erstattet Personal- und Sachkosten pauschal im Rahmen des Finanzausgleichs. Der Stellenplan für das Kreispersonal bedarf jeweils der Genehmigung durch den Kreistag. Er bildet für die Personalverwaltung den verbindlichen Rahmen für max. zulässige Stellenbesetzungen und sonstige personalwirtschaftliche Entscheidungen. Das Landratsamt beschäftigt eine Vielzahl unterschiedlicher Berufsgruppen. Den weit überwiegenden Anteil stellt das Verwaltungspersonal in den Laufbahnen des höheren Dienstes (Juristen), des gehobenen Dienstes (Beamte mit Qualifikationsprüfung für die sogenannte dritte Qualifikationsebene und Beschäftigte mit Fachprüfung II), des mittleren Dienstes (Beamte mit Qualifikationsprüfung für die sogenannte zweite Qualifikationsebene, Beschäftigte mit abgeschlossener Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten oder mit Fachprüfung I) und des einfachen Zentral an der Dienststelle Weilheim für den Gesamtlandkreis sind folgende Aufgabenbereiche angesiedelt: • das Büro der Landrätin, zuständig für zentrale Angelegenheiten und Öffentlichkeitsarbeit • die Haupt- und Personalverwaltung • die Kämmerei, Liegenschafts- und Schulverwaltung • die Kommunale Bauverwaltung • die Kommunale Abfallwirtschaft • die Jugendgerichtshilfe, Jugendarbeit, der Kinder- und Jugendschutz und das Familienbüro • die Öffentliche Sicherheit und Ordnung • der ÖPNV und die Schülerbeförderung • das Asylwesen, Staatsangehörigkeits- und Personenstandsrecht • der Umwelt- und Naturschutz • das Wohnungswesen • das Veterinärwesen und der Verbraucherschutz • die Gleichstellungsstelle Amtsgebäude II, Weilheim 34

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