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Sehenswertes in und um die Stadt Blieskastel

Veröffentlicht am: 12.03.2014in Wohnen & Leben

Sehenswertes in und um die Stadt Blieskastel

Saarland, Saarpfalz-Kreis, Blieskastel

Blieskastel ist als barockes Kleinod weit über die Grenzen des Saarlandes hinaus bekannt. Die Stadt wartet mit mehr als hundert denkmalgeschützten Gebäuden auf, die unter dem Reichsgrafen Franz Karl von der Leyen und seiner Frau Marianne entstanden sind. Der Herr über den weit verstreuten Territorialbesitz der Familie von der Leyen, einer alten Adelsdynastie von der Mosel, hatte 1771 seinen Amtssitz von Koblenz nach Blieskastel verlegt und ließ die Bliesgau-Metropole nun zu einer repräsentativen, schmucken Residenzstadt ausbauen.

Nach seinem Tod im Jahr 1775 setzte Marianne von der Leyen, die an der Stelle ihres noch minderjährigen Sohnes die Regierungsgeschäfte übernommen hatte, das Werk ihres Mannes fort.

Bereits der Großvater Franz Karls, der Kurfürst und Erzbischof von Trier Carl Caspar von der Leyen, hatte um 1661 an der Stelle einer mittelalterlichen Burg ein neues Schloss erbaut, das der Familien nun als Amtssitz diente und zum Zentrum eines blühenden städtischen Lebens avancierte. Zwar wurde die Residenz im Jahr 1793 von den französischen Revolutionstruppen, die in Blieskastel einmarschierten und die Grafenfamilie vertrieben, zerstört. Die Stadt aber blieb weitgehend unversehrt, schmucke Barockbauten prägen das Ortsbild bis heute.

Obwohl die Vergangenheit überall präsent ist, wirkt das historische Blieskastel keineswegs museal. Dank der vielen Tagestouristen, die die zahlreichen Cafés frequentieren, geht es in den Altstadt-Gassen das ganze Jahr über lebendig zu.

Ein unbedingtes Muss für jeden Blieskastel-Besucher ist das auch  „Langer Bau“ oder „Orangerie“ genannte Gebäude an der Schlossbergstraße. Es ist der einzig noch erhaltene Teil der von französischen Revolutionstruppen zerstörten Schlossanlage und beeindruckt durch die strenge Gliederung seiner Fassade.

Am Ende der von den sogenannten „Hofrats- oder Kavaliershäusern“ gesäumten Schlossbergstraße fällt das „Schlösschen“ auf. Dieses um 1777 errichtete Gebäude, in dem heute das Von-der-Leyen- Gymnasium untergebracht ist, gilt als besonders gelungenes Bespiel südwestdeutscher Barockarchitektur und ist vermutlich ein Werk des Zweibrückener Baumeisters Christian Ludwig Hautt. Auch das ansehnliche Rathausgebäude am Paradeplatz ist wohl unter der Federführung von Hautt zwischen 1773 und 1775 entstanden. Es war als Mehrzweckbau konzipiert und beherbergte in der Ära von der Leyen ein Waisenhaus, eine Markthalle, verschiedene Ämter und eine Kaserne unter seinem Dach.

Wie wohl kein anderes Bauwerk der Stadt zeigt sich an Blieskastels Schlosskirche der barocke Hang zur verschwenderischer Prachtentfaltung. Das Gotteshaus war eigentlich Kirche eines Franziskanerklosters, das auf Betreiben Franz Karls von der Leyens 1775 in Blieskastel gegründet wurde.

Eine Säule, die Blieskasteler Bürger zu Ehren Maximilian I. errichteten, erinnert daran, dass die Stadt im Zuge der Neuordnung Europas nach der Niederlage Napoleons 1816 Bayern zugeteilt wurde und für mehr als 100 Jahre zum Königreich gehörte.

 

Bildquelle: Wikipedia, Autor/Photograph: atreyu

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