Grenzenlos surfen im Urlaub

Hohe Handyrechnungen nach dem Urlaub könnten schon bald Geschichte sein. Handynutzer sollen ab Mitte 2017 ohne zeitliche Begrenzung kostenfreies Roaming im EU-Ausland nutzen können. Der neue Vorschlag der EU-Kommission bringt viele Vorteile für Reisende.


Die EU-Roaming-Gebühren sollen seit 2007 um mehr als 90 Prozent gefallen sein. Doch das hat sich bisher in den Handyrechnungen von vielen Urlaubern nicht bemerkbar gemacht. Folglich begann Anfang Juni 2016 eine Übergangsphase, was als erster Schritt zur Abschaffung der teuren Roaming-Gebühren galt. Aber eine dauerhafte kostenfreie Internetnutzung im Ausland war in diesem Beschluss nicht vorgesehen. Betreiber durften lediglich bestimmte Höchstentgelte nicht überschreiten. Geplant war nur eine Garantie von 90 Tagen kostenfreies Roaming pro Jahr im EU-Ausland.


Nach vermehrter Kritik hat die Brüsseler Behörde jedoch den ersten Plan verworfen. Stattdessen solle jeder Nutzer Roaming wie von zuhause aus nutzen, das heißt ohne zusätzliche Kosten und dauerhaft.


Dennoch gilt der Grundsatz: „Roaming ist für Reisende“. Um Missbrauch zu verhindern, soll das System auf den Wohnort des Nutzers oder einer festen Verbindung abgestimmt sein. Damit soll verhindert werden, dass zum Beispiel jemand eine günstige Sim-Karte mit deutlich niedrigeren Telefongebühren im Ausland kauft, aber im Inland dauerhaft weiterbenutzt. In solchen Fällen sollen Anbieter von Telekommunikationsdiensten einschreiten und einen Aufpreis einführen können.


Die neuen Vorschläge der EU-Kommission werden von dem Gremium Europäischer Regulierungsstellen für elektronische Kommunikation geprüft. Des Weiteren werden Beratungen mit EU-Staaten und Telekomunternehmen unternommen. Die Pläne zur Abschaffung der Roaming-Gebühren sollen am 15. Dezember 2016 verabschiedet werden.

 

 

 

 

 

 

 

Bilderquellen: colourbox.de/ Dmitry Travnikov

 

 

Datum der Veröffentlichung: 27.09.2016
Beitragsverfasser: mediaprint infoverlag / my

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